Archiv der Kategorie: Stolpersteine

Eindrücke vom Gelsenkirchener Holocaust-Gedenktag 2019

„Stolperstein-Geschichten“ gibt es auch für Gelsenkirchen als Buchprojekt.

Der 27.01.2019 in Gelsenkirchen wurde für mich durch die verschiedenen Aktivitäten des „Aktionsbündnis 16.09.“ und der Gedenkveranstaltung in der Neuen Synagoge geprägt. Noch beeindruckt von dem wundervollen Konzert schreibe ich diesen Bericht, der natürlich keine Vollständigkeit beansprucht, sondern nur meine Eindrücke und was mir berichtet wurde wiedergibt.

„Mein“ Tag begann um 13.30 Uhr in der Von-der-Recke-Straße 10 an den Stolpersteinen für die Familie Krämer. Für die Gelsenkirchener VVN-BdA hatte ich dort und eine Stunde später in die Hildegardstraße 21 zu „Stolperstein-Geschichten“ eingeladen. Hinter der Bezeichnung „Stolperstein-Geschichten“ stand mein Versuch, nicht wie bei der Verlegung und einer früheren Veranstaltung zum Antikriegstag eine Rede abzulesen, sondern frei zu erzählen, was ich über die jeweilige Familie und die historischen Umstände erzählen konnte. Das Experiment gelang, weder geriet ich ins Stottern, noch hatte ich einen Black-out. An beiden Stellen hatte ich die Patenschaft für den Stolperstein der jeweils jüngsten Tochter übernommen. Bei beiden Familien waren die Eltern polnisch-jüdischer Herkunft und waren von den Ereignissen der sogenannten „Polenaktion“ betroffen. Während jedoch die Familie Kramer bereits im Mai 1939 nach Polen ausreisen musste, wurde die Familie Nussbaum, nachdem der Vater im KZ Sachsenhausen 1940 ermordet wurde, am 27.01.1942 mit dem ersten großen Deportationszug in das Ghetto Riga gebracht und bei der Auflösung des Ghettos Anfang November 1943 ermordet.

Das schlechte Wetter hatte offenbar nicht so viele Leute abgeschreckt, wie man befürchten könnte. In der Von-der-Recke-Straße 10 erzählte ich vor einem großen Publikum, neben fünf Einzelbesuchern traf dort der Antifaschistische Stadtrundgang mit etwa 20 bis 30 Personen ein. In der Hildegardstraße 21 waren sechs Einzelbesucher, darunter auch zwei Nachbarn, von denen eine sogar berichten konnte, dass ihre Eltern die Familie gekannt habe. Sie erzählte, dass es ruhige Nachbarn, aber offenbar strenggläubige Juden waren, die am Freitag keine Klingel betätigten.

Bei Bündnis 90/Die Grünen gab es nicht nur Kaffee und Kuchen, sondern auch Aufklärung über die Vernetzung der AfD ins rechsextreme Lager zu sehen.(Foto: Bündnis 90/Die Grünen)

Die beiden „Aufwärmpunkte“, das Grüne Zentrum in der Ebertstraße und das Subversiv auf der Bochumer Straße in Ückendorf, waren während des Tages gut besucht. Dort gab es warme Getränke und Kuchen. Im Grünen Zentrum war darüber hinaus die Ausstellung der VVN-BdA „Keine Alternative“ mit einer kritischen Auseinandersetzung über die AfD zu sehen. Mich freut es sehr, die Ausstellung bei den Grünen zu sehen, sind sie doch in Bezug auf das Ideal einer offenen Gesellschaft im Parteienspektrum der deutlichste Gegenpol zur AfD.

Der Tag endete mit einer Gedenkveranstaltung in der Neuen Synagoge. Die erste Bürgermeisterin, Martina Rudowitz, fand in ihrer Rede unter anderem sehr klare Worte zu AfD, NPD und PEGIDA. Es folgte ein wundervolles Konzert, dessen Beschreibung ich lieber sachkundigen Leuten überlasse. Nach jüdischen Gebeten für die im Holocaust Ermordeten endete die Veranstaltung. Noch beeindruckt von der Musik wurde mir am Ausgang bewusst, wie hoch das Sicherheitsbedürfnis einer Jüdischen Gemeinde heute ist. Im Ausgang gibt es eine Schleuse, und die innere Tür lässt sich erst öffnen, wenn die äußere Tür geschlossen ist. Trotzdem nahmen es die Anwesenden mit Humor.

Supplement
Bereits mit einer ausführlichen Ankündigung hatte die Papierausgabe des Stadtspiegels Gelsenkirchen auf unsere Aktivitäten hingewiesen. In Text und Bild berichtete der Stadtspiegel darüber hinaus auch im Anschluss in seiner jüngsten Ausgabe. Letzterer Beitrag ist auch online zu finden.

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Erinnern für Gegenwart und Zukunft – Kein Vergeben, kein Vergessen!

Am Sonntag, 27. Januar 2019 jährt sich die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz zum 74. Mal. In vielen Ländern der Erde wird am 27. Januar an den Massenmord der Nazis erinnert. Er wird bereits seit 1959 in Israel als Gedenktag begangen, in Deutschland ist er seit 1996 Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, die Vereinten Nationen erklärten ihn 2005 zum „Internationalen Holocaust-Gedenktag“. Der Gedenktag erinnert am Jahrestag der Befreiung von Auschwitz an alle durch die Nazis verfolgten und ermordeten Menschen. Doch wer des 27. Januar 1945 gedenkt, muss auch den 30. Januar 1933 mitdenken. Wer die Geschichte nicht wiederholen will, darf nicht nur die Opfer sehen, sondern auch die Täter. Wer die Geschichte nicht wiederholen will, muss wissen, wohin Rassismus und Rechtsextremismus führen. In Gelsenkirchen führt das „Aktionsbündnis 16.09.“ unter dem Motto „Kein Vergeben. Kein Vergessen“ von 12 bis 17 Uhr einen Aktionstag mit vielfältigen Informations- und Aktionsangeboten durch. Zusätzliche Veranstaltungen finden an weiteren Tagen statt.

Der Name des Aktionsbündnisses leitet sich von der ersten gemeinsamen großen Demonstration gegen eine rechte Kundgebung am 16.09.2018 ab. Es verfolgt das Ziel, rechtsextreme und rassistische Aktivitäten in Gelsenkirchen aktiv und offensiv entgegenzutreten und deren Einfluss durch langfristige Aufklärungsarbeit schrittweise zurückzudrängen. Im Bündnis arbeiten Einzelpersonen und verschiedene Gelsenkirchener Initiativen und Organisationen mit.

Das Programm

Von 12.00 bis 16.00 Uhr zeigen Bündnis 90/Die Grünen im Grünen Zentrum an der Ebertstraße 28 die Ausstellung der VVN-BdA „Keine Alternative“ über die rechtsextreme Vernetzung der AfD. Von 13.00 bis 16.30 Uhr bietet das „Subversiv“ an der Bochumer Straße 138 einen Infotresen mit Informationen und Büchern zur lokalen Geschichte. Zugleich können sich die Teilnehmer/-innen der nachfolgenden Aktivitäten an beiden Standorten mit warmen Getränken aufwärmen. SJD Die Falken nehmen Interessierte von 13.00 bis 15.00 Uhr auf einen Antifaschistischen Stadtrundgang mit, auf dem die oft dramatische Vergangenheit vieler Orte der Innenstadt neu entdeckt werden kann. Die VVN-BdA lässt mit Stolperstein-Geschichten die Schicksale zweier polnisch-jüdische Familien Gelsenkirchens lebendig werden (13.30 Uhr Von-der-Recke-Straße 10, 14.30 Uhr Hildegardstraße 21). Antifaschistische Stadtreinigungen finden an drei Orten in Gelsenkirchen statt. Die Schalker Fan-Initiative reinigt ab 12.00 Uhr in Gelsenkirchen-Schalke Stolpersteine (Treffpunkt Grillostraße 57), während Die Linke Alt- und Neustadt ab 15.00 Uhr von rechten Aufklebern und Schmierereien reinigen wird (Treffpunkt Südausgang Hauptbahnhof). Unabhängig vom Bündnis reinigt die Arbeitsgruppe Stolpersteine des Gelsenzentrum e.V. in Gelsenkirchen-Horst Stolpersteine.

Der Tag klingt um 17.00 Uhr mit einer Gedenkfeier mit Konzert in der Neuen Synagoge, Georgstraße 2 aus. Die Jüdische Gemeinde erinnert daran, dass das Datum 27.1. auch für die Erinnerung an die Deportation der Gelsenkirchener Juden am 27. Januar 1942 nach Riga steht.

Weitere Veranstaltungen

In der Neuen Synagoge besteht seit dem 09.01.2019 die Gelegenheit, die Ausstellung „Du Jude. Alltäglicher Antisemitismus in Deutschland“ zu besuchen. Die Öffnungszeiten der Jüdischen Gemeinde sind Montag und Mittwoch von 9.00 – 17.00 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 12.00 – 17.00 Uhr. Gruppen werden gebeten, sich zuvor anzumelden.

Die Gelsenkirchener VVN-BdA zeigt mit der Unterstützung der Kooperationspartner beginnend mit dem Neujahrsempfang von Bündnis 90/Die Grünen am 26.01. bis zum 08.02.2019 ihre Ausstellung „Keine Alternative“ nacheinander bei Bündnis 90/Die Grünen, bei SJD Die Falken, im DGB-Haus der Jugend und im Werner-Goldschmidt-Salon der Partei Die Linke.

Die Schalker Fan-Initiative lädt am Dienstag den 29. Januar um 19.00 Uhr im „Subversiv“, Bochumer Straße 138 in Gelsenkirchen-Ückendorf alle Interessierten zu einer Vortragsveranstaltung mit Prof. Dr. Stefan Goch zum Thema Ausgrenzung, Diskriminierung und Ermordung der Gelsenkirchener Sinti und Roma im Nationalsozialismus ein.

Das Institut für Stadtgeschichte (ISG) lädt am 30. Januar 2019 zu einem Vortrag „Frauen in Ravensbrück“ ein.

Zu Auschwitz

Der Lagerkomplex Auschwitz bestand aus drei Lagern, dem Stammlager Auschwitz I, dem Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, und dem Industriekomplex Auschwitz-Monowitz. Es handelte sich um den größten Lagerkomplex und bei Auschwitz-Birkenau um das größte Vernichtungslager der Nazis. Von den rund 6 Millionen ermordeten jüdischen Menschen wurden über 1 Million Menschen in Birkenau umgebracht. Die meisten von ihnen wurden direkt nach der Ankunft in Zügen „an der Rampe von Auschwitz“ für den Erstickungstod in den Gaskammern ausgewählt, weitere wurden von der SS durch Krankheit, Unterernährung, willkürliche Misshandlung, in sinnlosen medizinischen Experimenten oder wenig später nach restloser Ausbeutung ihrer Arbeitskraft durch Gas ermordet. Die durchschnittliche Lebensdauer der Häftlinge in Auschwitz betrug drei Monate. Der Name „Auschwitz“ wurde zum Symbol für die industrielle Menschenvernichtung der Nazis. Die Aufschrift „Arbeit macht frei“ über dem Eingangstor des KZ markiert dabei die zynische Menschenverachtung der SS. Als Einheiten der Roten Armee am 27. Januar 1945 das Lager befreien, fanden sie nur mehr 7500 gerade noch lebende Häftlinge vor, die zu schwach für eine Evakuierung gewesen waren. Wer das Morden zuvor überlebt hatte, war in andere Lager „evakuiert“ worden. Durch die Sprengung der Gaskammern hatten die Nazis versucht, die Spuren ihrer Taten zu verwischen. Doch vergeblich, Teile des Lagerkomplexes sind heute als staatliches polnisches Museum und Gedenkstätte öffentlich zugänglich.

Erinnerung an die industrielle Menschenvernichtung in Auschwitz

Erinnerungsort Auschwitz (Foto: Wolfgang Freye, im Oktober 2017)

Der 27. Januar ist in Gelsenkirchen ein zweifacher Gedenktag. Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee die letzten Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Drei Jahre zuvor, am 27. Januar 1942, fand die erste Deportation jüdischer Männer, Frauen und Kinder aus Gelsenkirchen und Recklinghausen in das Ghetto Riga statt.

Der Lagerkomplex Auschwitz bestand aus drei Lagern, dem Stammlager Auschwitz I, dem Vernichtungslager Auschwitz II, Auschwitz-Birkenau, und dem Industriekomplex Auschwitz III, Auschwitz-Monowitz. Es handelte sich um den größten Lagerkomplex und bei Auschwitz-Birkenau um das größte Vernichtungslager der Nazis. Von den über 5,6 Millionen ermordeten jüdischen Menschen wurden rund 1 Million Menschen in Auschwitz-Birkenau umgebracht. Die meisten von ihnen wurden direkt nach der Ankunft in Zügen „an der Rampe von Auschwitz“ für den Erstickungstod in den Gaskammern ausgewählt, weitere wurden von der SS durch Krankheit, Unterernährung, willkürliche Misshandlung, in sinnlosen medizinischen Experimenten oder wenig später nach restloser Ausbeutung ihrer Arbeitskraft durch Gas ermordet.

Die durchschnittliche Lebensdauer der Häftlinge in Auschwitz betrug drei Monate. Der Name „Auschwitz“ wurde so zum Symbol für die industrielle Menschenvernichtung der Nazis. Die Aufschrift „Arbeit macht frei“ über dem Eingangstor des KZ markiert dabei die zynische Menschenverachtung der SS.

Erinnerungsort Auschwitz (Foto: Wolfgang Freye, im Oktober 2017)

Als Einheiten der Roten Armee am 27. Januar 1945 das Lager befreien, fanden sie nur mehr 7500 gerade noch lebende Häftlinge vor, die zu schwach für eine Evakuierung gewesen waren. Wer das Morden zuvor überlebt hatte, war in andere Lager „evakuiert“ worden. Durch die Sprengung der Gaskammern hatten die Nazis versucht, die Spuren ihrer Taten zu verwischen. Doch vergeblich, Teile des Lagerkomplexes sind heute als staatliches polnisches Museum und Gedenkstätte öffentlich zugänglich.

In vielen Ländern der Erde wird am 27. Januar an den Massenmord der Nazis erinnert. Dieser Tag wird bereits seit 1959 in Israel als Gedenktag begangen, in Deutschland ist er seit 1996 Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, die Vereinten Nationen erklärten ihn 2005 zum „Internationalen Holocaust-Gedenktag“. Der Gedenktag erinnert am Jahrestag der Befreiung des KZ an alle durch die Nazis verfolgten und ermordeten Menschen.

Erinnerungsort Auschwitz (Foto: Wolfgang Freye, im Oktober 2017)

Doppeltes Gedenken in Gelsenkirchen

Der 27. Januar erinnert zugleich an die erste und größte Deportation jüdischer Bürger aus Gelsenkirchen am 27. Januar 1942. 355 Gelsenkirchener und weitere Bürger aus Recklinghausen mussten von der damaligen Ausstellungshalle an der Wildenbruchstraße, wo sie zuvor eingesperrt worden waren, zum Güterbahnhof laufen und wurden mit der Reichsbahn zunächst in das Ghetto Riga gebracht, das der Zug am 1. Februar 1942 erreichte. Um Platz für die Deportierten aus Deutschland zu schaffen, waren zuvor die in das Ghetto  eingesperrten lettischen Juden von der lettischen SS unter Aufsicht der deutschen SS in den umliegenden Wäldern von Rumbula erschossen worden. Das Ghetto Riga wurde bis November 1943 schrittweise geräumt. Wer nicht ermordet wurde kam in das KZ Riga-Kaiserwald oder in ein anderes Lager. Nur die wenigsten überlebten die unmenschlichen Zustände in den von den Nazis errichteten Ghettos und KZs.

In den Jahren 2010 bis 2013 hatte Gelsenzentrum e.V. aus diesem Anlass unterschiedliche Gedenkveranstaltungen durchgeführt. In diesem Jahr führt die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken, am Sonntag, dem 28. Januar 2018 ab 16.15 Uhr eine Mahnwache vor dem Grillo-Gymnasium durch und reinigt in dieser Zeit die dort für ehemalige Schüler verlegten Stolpersteine. Im Anschluss daran werden sie die Veranstaltung des Instituts für Stadtgeschichte in der neuen Synagoge besuchen.

Stolpersteine mahnen auf der Bahnhofstraße

Die vorbereiteten Stolpersteine für die Familie Gompertz, Bahnhofstraße 22 am 24.11.2017.

Zum inzwischen zehnten Mal ist der Kölner Bildhauer und Aktionskünstler Gunter Demnig nach Gelsenkirchen gekommen um weitere Stolpersteine zu verlegen. Seinen Abschluss fand der Tag auf der Bahnhofstraße mit der Verlegung von fünf Stolpersteinen für die Familie Gompertz, die sich vor dem mörderischen Antisemitismus der Nazis über die Niederlande in die USA retten konnten. „Immer einen Fluchtweg offen halten“, ist die Lehre, die Ron Gompertz aus der (Familien-)Geschichte gezogen hat.

Ausführlich schilderte Ron Gompertz wie das Haus auf der Bahnhofstraße 22 eingerichtet gewesen ist. Im Erdgeschoss befand sich das Pelzgeschäft, die Etagen darüber waren der Familie vorbehalten. Auf den Stolpersteinen, die vor dem Eingang des Eckhauses in das Pflaster eingefügt wurden, sind unter der Überschrift „Hier wohnte“ die Namen zu lesen. Leo Gompertz und seine Frau Betty, geborene Isacson, sowie die drei Kinder Albert, Fritz und Rolf Gompertz.

Im Gegensatz zu vielen anderen konnte diese Familie sich retten. Über die Niederlande gelang es ihnen in die USA auszuwandern und sich dort ein neues Leben aufzubauen. Zur Stolpersteinverlegung waren Familienmitglieder aus der Enkel- und Urenkelgeneration anwesend. Ron Gompertz sprach ausführlich auf Englisch über die Familiengeschichte, Heike Jordan trug anschließend die deutsche Übersetzung vor. In englischer und in deutscher Sprache wurden auch die Erinnerungen seines Vaters, Fred Gompertz, an die Reichspogromnacht, in der das Ladengeschäft unter ihnen zerstört worden war, vorgelesen.

Ron Gompertz (links im Bild) spricht während der Stolperstein-Verlegung zu den Anwesenden über die Geschichte seiner Familie.

Nicht überraschend war die klare Aussage, dass ihnen mit diesem Gebäude, dessen Aufbau er zuvor beschrieben hatte, ihr Zuhause geraubt („stolen“) worden war. Außerordentlich bemerkenswert die Lehre, die Ron Gompertz aus der (Familien-)Geschichte gezogen hat, als er sinngemaß sagte, es sei wichtig, immer einen Fluchweg offen zu haben. Er wies auf seine Tochter Minna hin, die jetzt in dem Alter sei, in dem damals ihr Großvater gewesen ist und sich aussuchen könne, in welchem Land sie leben wolle, in den USA oder einem Land der Europäischen Union. Zum Abschluss der Veranstaltung gab Andreas Jordan das Versprechen, die Stolpersteine an jedem 9. November zu pflegen.

Der Kantor singt das „El Male Rachamim“, in dem Gott angefleht wird, der Seele der Verstorbenen Frieden zu geben.

Für die Gompertz‘ standen noch weitere Besuche auf dem Programm. Auf geteilten Fotos auf Facebook sind sie beim Besuch des Grillo-Gymnasiums zu sehen, wo Ron Gompertz das Zeugnis seines Vaters im Archiv einsehen konnte, ein weiteres Foto zeigt sie auf dem Alten Jüdischen Friedhof und – das muss ein Höhepunkt gewesen sein – in den oberen Etagen des Hauses Bahnhofstraße 22.

Die ersten Stolpersteine auf der Bahnhofstraße, hier vor Haus Nummer 22 für die Familie Gompertz.

Eine ausführliche Darstellung der Geschichte der Familie Gompertz mit historischen Abbildungen findet sich auf der Internetseite von Gelsenzentrum e.V.

Stolpersteine für die Familie Nussbaum verlegt

Im Gedenken wieder vereint: Stolpersteine für die Familie Nussbaum vor der Hildegardstraße 21.

– Wortbeitrag von Knut Maßmann während der Verlegung –

Die Eheleute David und Malka Nussbaum stammten aus Galizien, dem Teil Polens, der bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zu Österreich-Ungarn gehört hatte. David Nussbaum wurde am 25. Mai 1901 in Rozniatow geboren, Malka Nussbaum, geborene Rechtschaffen am 14. Mai 1903 in Pacykow.

Mit der Wiedergründung eines unabhängigen polnischen Staates wurden sie aufgrund ihres Geburtsortes polnische Staatsbürger. Galizien war eine bitterarme Region. Aufgrund von Armut und Diskriminierung hatten zahlreiche Juden das Land in Richtung USA verlassen. Ein kleiner Teil wandte sich nach Deutschland, darunter jene, die nicht genügend Geld für die Reise nach Übersee besaßen.

Wir wissen nicht, was die Eheleute nach Gelsenkirchen führte. Wir wissen, dass sie hier lebten und in unserer Stadt ihre drei Kinder geboren wurden: am 27. November 1928 die älteste Tochter Ruth, am 21. November 1930 der Sohn Siegfried und am 2. Oktober 1937 als jüngstes Kind Mirjam.

Das Haus Hildegardstraße 21 – der letzte frei gewählte Wohnort der Familie Nussbaum..

Vater David Nussbaum und die jüngste Tochter Mirjam wurden im Rahmen der sogenannten „Polenaktion“ 1938 nach Polen ausgewiesen. Dabei wurden innerhalb von 3 Tagen rund 17.000 Juden polnischer Staatsangehörigkeit im gesamten Deutschen Reich verhaftet und nach Polen abgeschoben. Auslöser war eine Änderung des polnischen Passgesetzes, mit dem Polen die im Ausland lebenden jüdischen Staatsbürger auszubürgern beabsichtigte.

In Gelsenkirchen betraf die Aktion rund 80 jüdische Menschen jeden Alters.

Die größte Anzahl wurde über den Grenzübergang Bentschen/Zbazyn nach Polen abgeschoben, wo die überforderten polnischen Behörden sie zunächst in Eisenbahnwaggons festgehalten und in ehemaligen Kasernen und Ställen untergebracht haben. Zeitzeugen berichten von chaotischen Zuständen.

Nach diplomatischen Verhandlungen zwischen Nazi-Deutschland und Polen durften die Ausgewiesenen noch einmal an ihren früheren Wohnort zurückkehren um mit ihren Familien, persönlichen Gegenständen, evtl. der Wohnungs- oder Werkstatteinrichtung nach Polen auszureisen. Die Kosten mussten die Betroffenen selbst tragen.

Die heute nicht mehr vorhandene Wasserstraße mündete etwa hier in die Bismarckstraße. Das Haus mit der Nummer 16 befand sich unweit der Einmündung und wurde vermutlich im Krieg zerstört.

Vermutlich im Zusammenhang damit steht ein Umzug der Familie. Am 17. Juni 1939 zogen sie in die Wassergasse 16 um. Die Straße lag früher zwischen Paulinenstraße und Liboriusstraße und führte von der Kronprinzenstraße (das ist heute die Dresdener Straße) zur Bismarckstraße. Sie war noch bis 1955 in den Adressbüchern verzeichnet und ist heute überbaut.

Warum die Ausreise nach Polen im Fall der Familie Nussbaum nicht geschehen ist, wissen wir nicht. Vermutlich hat der Beginn des Zweiten Weltkriegs mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 die Ausreise der Familie verhindert.

Was wir wissen ist, dass David Nussbaum nach einem Erlass vom 9. September 1939 in sogenannter „Schutzhaft“ genommen wurde und ins Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht wurde. Dort verstarb er am 9. Juni 1940, keine 40 Jahre alt, an einer Lungenentzündung.

Florastraße 84, hier wurde 2009 ein Stolperstein für Regine Spanier verlegt, einer der ersten Stolpersteine in Gelsenkirchen.

Am 30. August 1940 müssen Malka Nussbaum und ihre drei Kinder Ruth, Siegfried und Mirjam in ein sogenanntes „Judenhaus“ umziehen, in dem die Nazis vor Deportation und Vernichtung die jüdische Bevölkerung auf engem Raum konzentrierte. Sie ziehen in das Haus der Familie Spanier, Franz-Seldte-Strasse 84 (das ist heute Florastrasse 84) und leben Briefen zufolge in deren Wohnzimmer.

Die Familie Nussbaum findet Erwähnung in einem Brief der Tochter von Regina Spanier. Gertrud Reifeisen schreibt am 20. August 1940 in einem Brief an ihre Tochter Ilse, die mit einem der Kindertransporte nach Schweden reisen konnte und so überlebte: „… Du kennst ja wohl noch die Ruth Nussbaum. Der Mann war ja mit Vati zusammen fort und ist gestorben. Also die Frau mit den 3 Kindern ziehen zu uns in die Wohnung. Das kleinste Mädelchen ist 3 Jahre alt, und ein niedliches Kind. Es ist ja nicht sehr angenehm für Oma, denn die Unruhe wird groß werden, aber es lässt sich nicht ändern.“

Noch in zwei weiteren Briefen findet die Familie Nussbaum Erwähnung. Am 2. September 1940 schreibt Gertrud Reifeisen: „… Ruth und Siegfried sind ja große Kinder und machen wenig Unruhe, aber die kleine Mirjam ist – wie alle kleinen – sehr unruhig. Und außerdem fehlt uns der Raum sehr …“ Am 12. Dezember 1940 schreibt sie über die wohltuende Ruhe, da die kleine Mirjam mit einer harmlosen Nierenerkrankung seit 14 Tagen im Krankenhaus liege.

Waggon der Deutschen Reichsbahn. Hier ein Ausstellungsstück in der Gedenkstätte Radegast, Lodz.

Am 27. Januar 1942 werden Malka Nussbaum und ihre drei Kinder wie weitere rund 360 Juden aus Gelsenkirchen mit dem ersten Sammeltransport in das Ghetto Riga deportiert, nachdem sie zuvor in der Ausstellungshalle am Wildenbruchplatz zusammengepfercht worden waren. Der Zug der Deutschen Reichsbahn (heute Deutsche Bahn AG) fuhr in Gelsenkirchen vom Güterbahnhof ab und erreichte Riga am 1. Februar 1942.

Im Ghetto Riga lebten auf engstem Raum zuerst lettische Juden, nach ihrer Ermordung Juden aus Deutschland. Fast alle wurden im Ghetto, in den angrenzenden Wäldern oder benachbarten Konzentrationslagern von deutscher und lettischer SS ermordet.

Malka Nussbaum und Ihre Tochter Ruth wurden spätestens Anfang November 1943 im Zuge der Auflösung des Ghettos ermordet. Für die beiden jüngsten Kinder, Siegfried und Mirjam, ist als „Todesort“ nicht das Ghetto Riga, sondern „Riga-Jungfernhof, Außenlager Ghetto Riga“ angegeben. Dabei handelt es sich um ein drei bis vier Kilometer von Riga entferntes heruntergekommenes Gut mit Gutshaus, Scheunen, Baracken und Viehställen beim Dorf Jumpravmuiža.

Heute führen wir die Familie im Gedenken wieder zusammen.

„Im traurigen Monat November war’s“

Ein Blick in den Wagen von Gunter Demnig mit den für die Verlegungen vorbereiteten Stolpersteinen. Foto aus dem Jahre 2016 in Gelsenkirchen.

Im traurigen Monat November war’s,
Die Tage wurden trüber,
Der Wind riß von den Bäumen das Laub,
Da reist ich nach Deutschland hinüber,
(Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen, 1844)

In diesem November stehen zwei Gedenkveranstaltungen in Gelsenkirchen auf dem Programm, die – wenn wir es positiv sehen wollen – die Vielfalt des Gedenkens an die Opfer der Verbrechen der Nazis zeigen. Wie in jedem Jahr ruft die DI, die „Demokratische Initiative gegen Diskriminierung und Gewalt, für Menschenrechte und Demokratie – Gelsenkirchen“ zum Gedenken an die Pogrome in der sogenannten „Reichskristallnacht“ vom 9./10. November 1938 auf. Und später im November, am Freitag, dem 24. November 2017, kommt zum inzwischen zehnten Mal der Kölner Aktionskünstler Gunter Demnig nach Gelsenkirchen, um weitere Stolpersteine zur Erinnerung an die Opfer der Nazis zu verlegen.

Die inzwischen selbstverständlich gewordene Gedenkveranstaltung der DI findet in jedem Jahr an einem anderen Ort statt. In diesem Jahr ist ein Schweigezug in Gelsenkirchen-Erle ab 18.30 Uhr vom Elisabeth-Krankenhaus zur Dokumentationsstätte „Gelsenkirchen im Nationalsozialismus“ geplant. Dort wird um 19.00 Uhr eine Kundgebung stattfinden, bei der Alexander Welp (Consol-Theater) „Zitate aus den Ermittlungen zum Gelsenkirchener Synagogenbrand von 1938“ vortragen wird. Frank Baranowski, Oberbürgermeister und Schirmherr der DI wird die jährliche Gedenkrede halten.

Die Dokumentationsstätte „Gelsenkirchen im Nationalsozialismus“ befindet sich in einem Gebäude, in dem Ortsgruppen der NSDAP und Einheiten der Erler SA untergebracht gewesen sind. In einem Schulungsraum im Obergeschoss ist auf einer Wand das Parteiprogramm der NSDAP abgebildet, das nach seiner Wiederentdeckung 1989 unter Denkmalschutz gestellt worden ist. Der Rat der Stadt Gelsenkirchen beschloss damals die Einrichtung des Dokumentationszentrums sowie die Gründung des Instituts für Stadtgeschichte. Eine erste Dauerausstellung ist am 8. Mai 1994 eröffnet worden, eine neue Dauerausstellung am 8. Mai 2015. Die neue Dauerausstellung thematisiert die von den Nazis propagierte „Volksgemeinschaft“ und fragt nach den Bedingungen und konkreten Mechanismen vor Ort, mit denen die Nazis einen sozialen Konsens herzustellen suchten. Daneben vergisst die Ausstellung nicht Verfolgung und Widerstand und die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit nach 1945.

Die Dokumentationsstätte „Gelsenkirchen im Nationalsozialismus“ auf der Cranger Straße 323 in Gelsenkirchen-Erle. Das Gebäude wurde 1907 ursprünglich als Polizeidienststelle errichtet.

Ein ganz anderes Erinnerungsmodell, welches nicht auf rationale Beschäftigung, sondern auf persönliche Betroffenheit setzt, verfolgt der Kölner Bildhauer und Aktionskünstler Gunter Demnig. Mit kleinen, in das Straßenpflaster eingesetzten Steinen erinnert er – in der Regel am letzten frei gewählten Wohnort – an verfolgte und ermordete Opfer der Nazis. Dabei unterscheidet er nicht zwischen Juden, politisch Verfolgten, Homosexuellen, Zeugen Jehovas, Sinti oder Behinderte. Ein Stolperstein kann für jedes Opfer verlegt werden und erinnert immer genau an eine Person. Neben der Beschriftung „Hier wohnte“ finden sich weitere knappe Angaben, wie Name, Lebensdaten und Verfolgungsgrund. Dort, wo die verfolgten und ermordeten Menschen ihren Lebensmittelpunkt hatten, wird auf ihr Verfolgungsschicksal hingewiesen.

Weit über 60.000 Stolpersteine hat Demnig seit 1992 in Europa verlegt. Das „größte dezentrale Mahnmal“ ist dabei nicht unstrittig. Zur wiederholten Kritik gehört die Ansicht, hier werde das Andenken mit Füßen getreten. Eine völlig entgegengesetzte Erfahrung machte ich in unserer Nachbarstadt Duisburg. In der Innenstadt wurde ich plötzlich von unten geblendet, als sich die Sonne in der Messingoberfläche eines Stolpersteins spiegelte. Ich stoppte und verbeugte mich, um die Inschrift zu lesen. Auch eine beliebte Kritik, hier würden öffentliche Gelder verschwendet, trifft nicht zu. Die Verlegung der Stolpersteine wird durch private Spenden und die Übernahme von „Patenschaften“ finanziert. Organisator in Gelsenkirchen ist Andreas Jordan mit der Arbeitsgruppe Stolpersteine von Gelsenzentrum e.V. In Gelsenkirchen sind es seit der ersten Verlegung im Jahre 2009 161 Stolpersteine, die in allen Stadtteilen an ganz unterschiedliche Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen verfolgt wurden, erinnern.

Gunter Demnig, der am heutigen 27. Oktober 2017 seinen 70. Geburtstag feiert, wird am 24. November 2017 an sieben Orten in Gelsenkirchen insgesamt 25 weitere Stolpersteine verlegen. Beginnen wird er um 9.00 Uhr für die Familie Günsberg auf der Poststraße 20, dann folgen Stolpersteine um 9.30 Uhr für die Familie Block auf der Schalker Straße 75, um 10.15 Uhr für Elisabeth Makowiak auf der Florastraße 76 und um 10.45 Uhr für die Familie Nussbaum auf der Hildegardstraße 21. Um 11.30 Uhr wird Demnig vor dem Grillo-Gymnasium einen Stolperstein für den ehemaligen Schüler Fritz Gompertz mit der Inschrift „Hier lernte“ verlegen. Daran schließt sich um 12.00 Uhr die Verlegung für die Familie Cohn auf der Wittekindstraße 21 an. Ihren Abschluss findet die diesjährige Aktion um 12.45 Uhr mit den ersten Stolpersteinen auf der Bahnhofstraße, für die Familie Gompertz an der Ecke Bahnhofstraße 22/Klosterstraße.

Gunter Demnig vor dem Haupteingang des Grillo-Gymnasiums in der Hauptstraße 60. Foto aus dem Jahr 2016.

Meine Beschreibung Gunter Demnigs als Bildhauer und Aktionskünstler macht auch die Bedeutung der Stolpersteine als Gesamtkunstwerk deutlich. Es geht nicht nur darum, dass Steine im Pflaster vorhanden sind. Seine Bedeutung erhält das Projekt durch die zelebrierte Verlegung selbst und durch die wiederkehrende Verlegung weiterer Stolpersteine. Darüber hinaus lassen sie sich für Formen entdeckenden Lernens ebenso nutzen wie für ganz profan scheinende Aktivitäten wie „Putzaktionen“. Letztere erwecken durchaus eine ganz besondere öffentliche Aufmerksamkeit.

Zum zehnten Mal wird Gunter Demnig in Gelsenkirchen Stolpersteine verlegen

Bildmontage mit einem Foto von der Stolpersteinverlegung für Charles Ganty am 09.02.2010.

Die Stolpersteine erinnern symbolisch am letzten frei gewählten Wohnort an Menschen, die von den Nazis verfolgt, entrechtet, vertrieben, deportiert oder ermordet worden sind. Sie erinnern ohne Unterschied an Juden, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Sinti und Roma, Behinderte. Wo die Menschen einst ihren Lebensmittelpunkt hatten, wird die Gegenwart mit der Vergangenheit konfrontiert.

Fast 61.000 Stolpersteine hat der Kölner Aktionskünstler und Bildhauer Gunter Demnig seit 1992 in 1100 Orten in Deutschland und 20 weiteren europäischen Ländern verlegt (Stand vom April 2017). In Gelsenkirchen sind es derzeit 161 Stolpersteine, die an von den Nazis verfolgte oder ermordete Menschen erinnern. Die Kosten der Verlegung werden übrigens nicht durch öffentliche Mittel getragen, sondern durch private Spenden und die Übernahme von Patenschaften.

Am Freitag, dem 24. November 2017 kommt Demnig zum inzwischen zehnten Mal seit 2009 in unsere Stadt, um an 7 Orten weitere 25 Stolpersteine zu verlegen. Erstmals werden Stolpersteine auf der Bahnhofstraße verlegt werden, nämlich an der Bahnhostraße 22/Ecke Klosterstraße für die Familie Gompertz, die hier ein bekanntes Pelzhaus betrieben hatte, bis es nach der Reichspogromnacht „arisiert“ wurde.

Neben dem letzten frei gewählten Wohnort sind auch andere, besondere Lebensmittelpunkte möglich: So erinnert seit 2016 ein Stolperstein an Albert Gompertz mit der Inschrift „Hier lernte“ vor dem Grillo-Gymnasium; für Fritz Gompert wird 2017 ebenfalls ein Stolperstein vor dem Grillo-Gymnasium folgen.

Gunter Demnig am 6. Oktober 2016 vor dem Haupteingang des Grillo-Gymnasiums von Schülern umringt.

Und auch wenn ich es oft schon in meinem Blog geschrieben habe, wiederhole ich es wieder: Man “stolpert” nicht im wörtlichen Sinn über die in das Straßenpflaster eingelassenen Gedenksteine. Wer auf sie beim Gehen aufmerksam wird, muss anhalten und sich vor dem Stein verbeugen, um Namen, Lebensdaten und Verfolgungsgrund zu lesen. Wer dann mehr über die Person wissen will, kann sich inzwischen der interaktiven Stadtkarte bedienen, die die Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen angelegt hat, und sich mit ein paar Mausklicks im Internet informieren.