Schlagwort-Archive: VVN-BdA

„Damit Vergangenheit nicht Zukunft wird!“

Ein altes, aber noch immer aktuelles Transparent der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, hier von jungen Antifaschisten durch die Essener Innenstadt getragen. (Foto: Thorsten Jannoff)

Eine beeindruckende Gedenkveranstaltung, die nicht in der Vergangenheit stehen blieb, sondern auch die Gegenwart in den Blick nahm, fand heute Abend in der Essener Innenstadt statt. Rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren dem gemeinsamen Aufruf von vier Institutionen, dem antirassistischen und antifaschistischen Bündnis „Essen stellt sich quer“, der Alten Synagoge Essen, dem Schauspiel Essen (Grillo-Theater) und der VVN-BdA gefolgt. Die Veranstaltung stand unter dem Motto: „80 Jahre Pogromnacht – Nie Wieder! Damit Vergangenheit nicht Zukunft wird!“

Die Veranstaltung begann um 18 Uhr auf dem Edmund-Körner-Platz neben der Alten Synagoge Essen mit Reden von Sonja Neuhaus für „Essen stellt sich quer“ und dem Leiter der Alten Synagoge, Uri Kaufmann. Von hier aus führte die Gedenkdemonstration durch die bereits geschmückte Essener Innenstadt zum Theaterplatz (Grillo-Theater), wo die Abschlusskundgebung stattfand. Hier betonte Christian Tombeil, Intendant des Schauspiel Essen, die Freiheit der Kunst und stellte die „Erklärung der Vielen“ vor.

Die Rednerinnen und Redner schilderten schlaglichtartig die historischen Ereignisse und zeigten gefährliche Parallelen in unserer Gegenwart auf. In mehreren Reden wurde Bezug auf aktuelle Umfrageergebnisse über wachsende rechtsextreme Einstellungen genommen. Der Schwur von Buchenwald wurde ebenso zitiert wie Auszüge aus Bertolt Brechts Rede für den Frieden vorgetragen wurde.

Joshi Stiegle, Schüler des Maria-Wächtler-Gymnasiums, berichtete über Eindrücke von Besuchen an den von den Nazis errichteten Vernichtungsorten im damals Deutsch besetzten Polen und rief dazu auf, die Vergangenheit nicht zu vergessen. Zum Abschluss sprach Rosel Vadehra-Jonas für die VVN-BdA (Redetext weiter unten ergänzt).

Bemerkenswert fand ich, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gedenkveranstaltung, übrigens eine bunte Mischung von jung und alt, bis zum Schluß blieben und aufmerksam den Rednerinnen und Rednern folgten. Die Kundgebung endete gegen 19.30 Uhr und die Veranstaltung löste sich nur sehr langsam auf. Fast schien es mir, als sollte der Widerstand gegen den aufkommenden Rechtsextremismus gleich beginnen.

Die Alte Synagoge Essen als Kundgebungsort zur Erinnerung an die Reichspogromnacht 1938 – hier am 09. November 2017.

Zum 09. November 2018 – 80 Jahre Reichspogromnacht
von Rosel Vadehra-Jonas (VVN-BdA)

Meine Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

mit der heutigen Veranstaltung wollen wir erinnern und mahnen.

Wir erinnern an das Judenpogrom in unserem Land im November vor 80 Jahren, an die Ausschreitungen gegen jüdische Mitbürger und jüdische Einrichtungen, Synagogen, Geschäfte und private Wohnungen. Wir wollen an die Opfer erinnern und Ihrer gedenken. Allein im Zusammenhang mit den Ausschreitungen vom 7. – 10, November 1938 wurden in Deutschland nach Schätzungen von Historikern 1.300 – 1.500 jüdische Menschen umgebracht oder in den Tod getrieben und rund 30.000 in Konzentrationslager verschleppt.

Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 war der vorläufige Höhepunkt einer unfassbaren Entwicklung. Ihre Bilanz waren rund 6 Millionen grausam ermordeter Jüdinnen und Juden und ein Krieg, der mehr als 50 Millionen Menschenleben forderte.

Diese unheilvolle Entwicklung hatte eine Vorgeschichte. Sie begann bereits in den 20-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit dem rasanten Anwachsen einer neugegründeten rechtsextremen Partei. Diese Partei, die NSDAP, wurde zunächst nicht erst genommen; am allerwenigsten ihr Führer. Doch sie schaffte es mit Demagogie, mit populistischen Phrasen und Versprechungen, Wähler zu beeindrucken. Dabei scheute sie vor Gewalt nicht zurück. Ich erinnere an die organisierten Aktionen der SA seit den zwanziger Jahren, an die von ihr provozierten Saalschlachten und Straßenkämpfe mit politischen Gegnern. Es war die gleiche SA, mit deren Hilfe 1933 der Boykott jüdischer Geschäfte, Kanzleien und Arztpraxen durchgesetzt wurde und die aktiv an den Ausschreitungen im November 1938 mitwirkte.

Als Sündenböcke für die desolate Lage der Bevölkerung während der Weltwirtschaftskrise wurden damals von der neuen Partei der Marxismus und das internationale Judentum angeprangert und zu Feindbildern gemacht.

Heute haben wir in Deutschland wieder eine neu rechtsextreme Partei, die innerhalb kurzer Zeit in den Bundestag und in alle Landtage einziehen konnte, während die etablierten Parteien das Vertrauen vieler Wähler verlieren.

Mit populistischen Parolen, die teilweise dem Nazijargon entliehen sind, geht sie auf Stimmenfang. Opfer des Naziregimes werden verunglimpft. Das Holocaust-Mahnmal in Berlin wurde als Denkmal der Schande bezeichnet. Erst kürzlich wurde Graf Staufenberg, einer der führenden Persönlichkeiten beim Attentatsversuch auf Hitler, als Feigling beschimpft.

Im Bundestag hat die AfD als stärkste Fraktion der Opposition inzwischen ein Forum, das es ihr ermöglicht, ihre Parolen medienwirksam zu verbreiten. Ich erinnere an Begriffe wie Kopftuchmädchen und messerstechende Männer im Zusammenhang mit der Debatte um Zuwanderung. Gestern im Bundestag hetzt die AfD, aus dem Nationalstaat solle eine Siedlungsgebiet für Einwanderer aus allen Krisengebieten der Welt gemacht werden.

In den letzten Jahren hat sich etwas verändert in unserem Land. Die Parallelen zu den zwanziger Jahren sind erschreckend.

Antisemitische Ausschreitungen gab es im Nachkriegsdeutschland leider immer wieder. Jetzt sind neue Feindbilder dazu gekommen: die Migranten und der Islam. Heute haben Menschen in Deutschland wieder Angst vor Xenophobie, Antisemitismus und Rassenhass.

Heute gibt es wieder martialische Aufmärsche von Rechtsextremisten bei denen der Hitlergruß gezeigt wird. Mit Slogans wie ‚Deutschland den Deutschen. Ausländer raus. ‘ wird Rassenhass geschürt.

Der Brandanschlag von Solingen und die Morde des NSU machen deutlich, dass sich der Hass nicht nur gegen Flüchtlinge, sondern auch gegen Menschen richtet, die vor Jahrzehnten als Arbeitskräfte angeworben wurden, und die seitdem hier arbeiten, Steuern zahlen, in die Sozialversicherung einzahle, ihren Kindern eine qualifizierte Ausbildung ermöglichen, d.h. gegen Menschen, die in unsere Gesellschaft integriert sind – so wie vor 1933 die Juden in Deutschland.

Weitgehend abgeschirmt von der Öffentlichkeit gibt es in einer Reihe von Städten rechte Kampfsportclubs, in denen junge Männer darin trainiert werden, einen Gegner mit körperlicher Gewalt auszuschaltet. Die Regeln sportlicher Fairness bleiben dabei außer Acht. (Vgl. Monitor vom ?.10.2018). Was könnte geschehen, wenn diese Leute Aufzüge von Rechtsextremen begleiten und sie ihre Kräfte an Gegendemonstranten messen würden!

Besorgniserregend ist, dass Menschen, deren Aufgabe es sein sollte, die Demokratie zu schützen, Mitglieder des Verfassungsschutzes oder der Polizei, an rechtsextremen Aufmärschen mitwirken – nicht etwa als Ordnungskräfte oder als verdeckte Ermittler, sondern als Sympathisanten der Veranstalter oder auch als ein aktives Mitglied der AfD. (FAZ vom 21.09.2018)

Der inzwischen in den einstweiligen Ruhestand versetzt Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, hat in diesen Tagen in seiner aufschlussreichen Abschiedsrede vor den Chefs aller europäischen Inlandsgeheimdienste gezeigt, welcher Geist beim Verfassungsschutz vorherrscht. Er sprach von ‚linkradikalen Kräften in der SPD‘, von
‚Falschberichterstattung‘, die Meldungen über eine Hetzjagd auf Ausländer in Chemnitz seien frei erfunden. (Spiegel Online,05.11.18)

Als 1938 die Synagogen brannten hat die Bevölkerung tatenlos zugesehen. Viele haben Beifall geklatscht. Zu Recht fragen sich Nachgeborene: Wie war das möglich? Darauf gibt es eine Antwort: Die Menschen in Deutschland waren entweder überzeugte Nazis oder willfährige Mitläufer. Oder aber sie schwiegen aus Angst vor Verfolgung.

Hitler wurde am 30. Januar zum Reichskanzler ernannt. Bereits nach wenigen Tagen begann der Terror gegen alle, die sich den Nazis widersetzten. Im Februar 1933 gab es die ersten Massenverhaftungen. Eine Anmerkung am Rande: Auch meine Mutter gehörte zu denjenigen, die damals verhaftet wurden. Ohne Begründung, ohne rechtsstaatliches Verfahren, ohne Urteil war sie 4 Wochen lang inhaftiert.

1933 wurden die ersten Konzentrationslager errichtet. Die ersten, die diese Lager füllten, waren die politischen Gegner des Naziregimes; unter ihnen auch ein Bruder meiner Mutter, den man im Alter von 19 Jahren in das KZ Breitenau bei Kassel verschleppte. So wurde die Bevölkerung eingeschüchtert.

1938 war die Opposition in Deutschland ausgeschaltet. Die Gegner des Regimes – soweit sie noch am Leben waren – befanden sich entweder im Zuchthaus, im KZ oder in der Emigration. In Abwandlung eines bekannten Spruchs von Martin Niemöller kann man sagen: Als die Synagogen brannten, war keiner mehr da, der protestiert hätte.

Heute ist unsere Demokratie wieder in Gefahr. Erst vorgestern wurde eine Studie der Universität Leipzig vorgestellt. Sie kam zu dem Ergebnis, dass die Fremdenfeindlichkeit in der Bevölkerung zunimmt und dass rechtsextreme Gruppen verstärkt in der Öffentlichkeit auftreten. (ARD Tagesschau; 07.11.2018, 20.00 Uhr)

Politik, Behörden und Justiz müssen handeln und mit allen verfügbaren Mitteln der bedrohlichen Rechtsentwicklung Einhalt gebieten.

Die NPD wurde vom Verfassungsgericht nicht verboten, weil sie so unbedeutend sei. Dieses Argument kann heute nicht mehr gebracht werden angesichts der Wahlergebnisse der AfD und des Zulaufs von Pegida und ähnlichen Gruppen. Es genügt nicht, von Wutbürgern zu sprechen und Verständnis zu zeigen für die Sorgen der ‚normalen‘ Bürger, die sich rechtsradikalen Aufmärschen anschließen), Auch die Nazis kamen legal an die Macht. Volksverhetzung und das Zeigen von Nazisymbolen oder des Hitlergrußes sind strafbare Handlungen, die geahndet werden müssen.

An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich betonen, dass kriminelle Delikte – von wem auch immer sie begangen werden – ohne Wenn und Aber zu bestrafen sind. Sie dürfen aber keineswegs zu einer pauschalen Verurteilung aller Migranten missbraucht werden.

Im Zusammenhang mit der Debatte um Flüchtlinge und Asylrecht sollten wir gerade heute, am Jahrestag der Reichspogromnacht daran erinnern, dass zahllose Deutsche nur deshalb die Zeit des Naziterrors überleben konnten, weil es ihnen gelang, ins Ausland zu fliehen und dort Aufnahme fanden.

Mit unserer heutigen Zusammenkunft wollen wir erinnern und mahnen. Wir wollen unsere Besorgnis über die zunehmende Intoleranz in Deutschland zum Ausdruck bringen. Wir wollen Stellung beziehen gegen Antisemitismus, Xenophobie, Rassismus, Dabei sollten uns die Menschen, die sich einst dem Naziregime entgegenstellten, Vorbild sein.

Rosel Vadehra-Jonas wurde 1940 in Dörnigheim am Main geboren, sie ist Diplom-Volkswirtin und war bis 1977 als Dozentin in der Erwachsenenbildung des DGB tätig. Sie hat zwei Kinder und wohnt in Essen. Ihre Familie wurde von den Nazis verfolgt. Fünf nahe Angehörige wurden inhaftiert, die Mutter u.a. im KZ Ravensbrück, ein Onkel im KZ Breitenau und im KZ Buchenwald, danach kam er „zur Bewährung“ ins Strafbataillon 999. Von 1990 bis 1994 war Rosel Vadehra-Jonas Bundessprecherin der VVN-BdA und von 1997 bis 2007 Vorsitzende der Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis e.V., wo sie sich auch heute noch engagiert.

Advertisements

80 Jahre nach dem Novemberpogrom – Aus der Geschichte gelernt?

Für den Ostermarsch Rhein-Ruhr 2016 geschmücktes Mahnmal für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Wie in jedem Jahr ruft die „Demokratische Initiative gegen Diskriminierung und Gewalt, für Menschenrechte und Demokratie – Gelsenkirchen“ zu einer Kundgebung am 9. November 2018 in Erinnerung an das antisemitische Pogrom vor nunmehr 80 Jahren auf.

In diesem Jahr beginnt die Veranstaltung um 18.15 Uhr an der Neuen Synagoge in der Georgstraße 2 in Gelsenkirchen. Rabbiner Chaim Kornblum wird das Kaddisch sprechen, das Gebet der Trauernden. Daran schließt sich ein Schweigezug zum „Mahnmal für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“ im Stadtgarten an. Hier wird unter anderem ab 19 Uhr Dr. Daniel Schmidt vom Institut für Stadtgeschichte Gelsenkirchen eine neue Erinnerungsortetafel vorstellen.

Auf diese Erinnerungsortetafel darf man gespannt sein. Das Mahnmal im Gelsenkirchener Stadtgarten wurde 1949/50 auf Initiative der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) mit Unterstützung der Stadt Gelsenkirchen errichtet und am 10. September 1950 feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Es wird während des Ostermarschs Rhein-Ruhr und zum Antikriegstag von antifaschistischen Friedensgruppen besucht, an denen auch die Gelsenkirchener VVN-BdA beteiligt ist. Der Veranstalter der Gedenkkundgebung vom 9. November, die „Demokratische Initiative“ (DI) lehnt dagegen die Mitgliedschaft der Gelsenkirchener VVN-BdA ab und kommt auch schon mal auf die absurde Idee, eine Veranstaltung an einem 9. November beziehungslos vor einem Nazi-Schwert abzuhalten. Die Gelsenkirchener VVN-BdA wurde in die Erstellung der Erinnerungsortetafel nicht einbezogen.

Ostermarsch Rhein Ruhr 2017 im Stadtgarten Gelsenkirchen am Mahnmal. In der Bildmitte die Fahne der VVN-BdA.

Der weitere Verlauf der Kundgebung der DI in diesem Jahr sieht den Musikbeitrag „Hohe Tannen“, die jährliche Erinnerungsrede unseres Oberbürgermeisters Frank Baranowski, der zugleich Schirmherr der DI ist, und das Absingen des Moorsoldatenliedes vor.

Selbstverständlich hat die DI Recht, wenn sie ihren Aufruf mit den Worten „Demokratie muss täglich gelebt werden. Erinnerung ist ein wichtiger Teil davon.“ schließt. Der Ausschluss engagierter Antifaschistinnen und Antifaschisten wirft allerdings einen Schatten auf diesen selbstgewählten Anspruch und zeigt, dass er nicht eingelöst wird. Trotzdem nehmen Mitglieder der Gelsenkirchener VVN-BdA jedes Jahr an der Gedenkveranstaltung teil! Aus der Geschichte ist zu lernen, dass und warum sie sich nicht wiederholen darf. Dies gilt umso mehr in einer Zeit, in der Hass und Hetze in der Mitte der Gesellschaft blühen – und gleichzeitig Antifaschistinnen und Antifaschisten ausgegrenzt werden!

Widerstand und Verfolgung, Geschichte und Gegenwart – Eindrücke in Berlin 2018

Berlin 2018: Fernsehturm am Alexanderplatz. Am Alexanderplatz begann die große „unteilbar“-Demonstration, mit 240.000 Demonstranten eine der größten jüngeren Demonstrationen.

Zum (ich musste hier nachschauen) inzwischen fünften Mal fuhren die DGB-Jugend aus Mühlheim, Essen und Oberhausen und die Essener VVN-BdA gemeinsam zu einem Ort des Nazi-Terrors. Das ehemalige KZ Sachsenhausen nördlich von Berlin gelegen war eines der Ziele der Fahrt nach Berlin am vergangenen Wochenende. Auf dem Programm standen noch eine Führung durch die Gedenkstätte Deutscher Widerstand mit einem Gespräch mit Hans Coppi jr. Nicht geplant aber spontan beschlossen war unsere Teilnahme an der überwältigenden Demonstration „#unteilbar“ die sich vom Alexanderplatz zur Siegessäule hinzog.

Bemerkenswert war wie schon bei den früheren Gedenkstättenfahrten das Interesse der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, mehrere besuchten zum ersten Mal eine Gedenkstätte.

In der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.

Gedenkstätte (und Museum) Sachsenhausen liegt nördlich von Berlin in der Kreisstadt Oranienburg. Die Gedenkstätte erinnert im wesentlichen an das Konzentrationslager Sachsenhausen, welches die Nazis im Juli 1936 von den Häftlingen errichten ließen. In den 68 Baracken und zahllosen Außenlagern wurden im Verlauf des Krieges 200.000 Häftlinge aus 47 Nationen eingepfercht. Zehntausende starben von der SS gewollt durch Hunger, Krankheiten, Misshandlungen und Zwangsarbeit. 1941 wurden 18.000 sowjetische Kriegsgefangene in der Genickschussanlage systematisch im Vier-Minutentakt ermordet.

Eingang zur Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, früher Eingang in das Konzentrationslager, mit dem zynischen Schriftzug „Arbeit macht frei“.

Neben dem Häftlingslager, welches heute Gedenkstätte und Museum bildet, errichtete die SS hier die zentrale Inspektion der Konzentrationslager, der alle KZs unterstanden. Sachsenhausen war zudem Ausbildungsstätte für die SS-Totenkopfverbände, den Wachmannschaften der KZs. Für die wirtschaftliche Ausbeutung der Häftlinge wurden SS-eigene Betriebe errichtet. Neben dem eigentlichen KZ entstand so ein gigantischer SS-Komplex.

Gerd Hoffmann erläutert den jungen Gewerkschaftern am Modell den Aufbau und die gigantischen Ausmaße des SS-Komplexes.

Durch die Gedenkstätte führten uns in zwei Gruppen die beiden VVN-BdA-Mitglieder Dorit und Gerd Hoffmann aus Frankfurt/Oder. Sie zeigten uns die baulichen Überreste und schilderten den Alltag der Häftlinge und die Brutalität der SS-Männer. In Erinnerung geblieben ist mir die „Schuhprüfstrecke“, auf der Häftlinge bis zur völligen Erschöpfung Schuhmaterial für die Wehrmacht und später auch für die private Firma Salamander erproben mussten.

Blick in die zentrale Dauerausstellung.

In der ehemaligen Häftlingsküche ist die Dauerausstellung zur Geschichte des Lagers untergebracht. Wichtige Stationen sind die Errichtung des KZ 1936, die Masseneinlieferungen deutscher (nach Nazi-Kriterien) jüdischer Männer nach dem Novemberpogrom 1938 in das „Kleine Lager“, die Veränderungen mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 und der erste Hungerwinter, der Massenmord an sowjetischen Kriegsgefangenen 1941 und der Ausbau des Systems der Außenlager ab 1942/43, sowie schließlich das Kriegsende mit Todesmärschen zur „Evakuierung“ der Konzentrationslager und Befreiung.

Während der Kranzniederlegung für die im KZ ermordeten Gewerkschafter.

Im Komandanturbereich der SS – vor dem Einganz zum Häftlingslager – befinden sich heute verschiedene Gedenksteine. Am Denkmal für die ermordeten Gewerkschafter legten wir einen Kranz nieder. In seiner kurzen Ansprache verband Jan Mrosek, DGB-Jugendsekretär, die Vergangenheit mit der Gegenwart und erinnerte daran, dass die Nazis uns alle als aktive Gewerkschaftler in das KZ eingesperrt hätten. Einen weiteren Bezug zur Gegenwart stellten Dorit und Gerd Hoffmann her, als sie berichteten, dass in den 1990er Jahren Neonazis versucht hätten, zwei mit Originalteilen rekonstruierten Baracken des „Kleinen Lagers“, durch Brandschatzung zu vernichten. In den Baracken wird an Verfolgung und Ermordung jüdischer Menschen erinnert, was den antisemitischen Neonazis offenbar nicht gefiel.

Gedenkstätte Sachsenhausen 2018.

Verändert hatte sich die Gedenkstätte seit meinem Besuch im Jahr 2000 an zwei auffallenden Stellen. Der „Ringwall“, der die erste Reihe der Baracken symbolisierte und den ehemaligen Appellplatz vom Lager trennte, war bereits damals baufällig gewesen und wurde in der Zwischenzeit abgerissen. Nun öffnet sich für den Besucher die große Fläche des Lagers. Auch die damals von mir so empfundene Parklandschaft hatte sich verändert, da nun die mit Schotter gefüllten Grundrisse der Baracken einen Teil der Rasenfläche einnahmen.

Gedenkort Station Z vor den baulichen Überresten der Gaskammer und der Krematorien.

Im Gegensatz zu 2000 konnten wir die sogenannte „Station Z“ besuchen, die Gaskammer und das Krematorium des Konzentrationslagers. Hier zeigte sich noch einmal der Zynismus der SS, die den Eingang ins Lager mit „Tor A“ bezeichnete, und das von ihnen für alle Häftlinge gewünschte Ende mit „Station Z“, dem letzten Buchstaben des Alphabets.

Spontan nahmen wir nach dem Besuch der Gedenkstätte an der Demonstration „#unteilbar“ für eine offene und freie Gesellschaft teil und stellten einmal mehr eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart her.

Am folgenden Tag besuchten wir die Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Ursprünglich als „Gedenkstätte 20. Juli“ gegründet, zeigt sie heute beispielhaft die ganze Breite des Widerstandes gegen den Faschismus. Hans Coppi jr führte uns durch die Ausstellung und stand am Ende für Fragen zur Verfügung.

Hans Coppi jr. erläutert die Ausstellung in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.

Natürlich interessierte uns im Besonderen sein persönlicher Lebensweg. Hans Coppi jr. wurde im Polizeigefängnis geboren und wuchs bei seinen Großeltern auf, da seine Eltern, Hilde und Hans Coppi, als Widerstandskämpfer der von den Nazis als „Rote Kapelle“ bezeichneten Widerstandsgruppe ermordet worden waren. Hans antwortete auf unsere Fragen und berichtete auch über seinen Lebensweg und wie er dazu kam, sich nach Jahrzehnten mit der Roten Kapelle zu beschäftigen.

Ausstellungsdetail zu Hilde und Hans Coppi, den Eltern von Hans Coppi jr.

Fazit: Besuche von ehemaligen Konzentrationslagern sind und bleiben wichtig. Sie erinnern uns, wohin Faschismus führen kann. Sie motivieren uns, heute besonders wachsam zu sein gegenüber Rassismus, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus. Niemals darf sich Ähnliches wiederholen.

Besuch des niederländischen Befreiungsmuseums Groesbeek

„Nationaal Bevrijdingsmuseum 1944-1945“ Groesbeek. Blick in die Ausstellung.

Aus niederländischer Sicht thematisiert das „Nationaal Bevrijdingsmuseum 1944-1945“ im nahe der deutschen Grenze gelegenen Groesbeek die Zeit der Besetzung durch Nazi-Deutschland und die Befreiung in den Jahren 1944/45 durch alliierte Truppen. Neben der Dauerausstellung beherbergt das Museum derzeit eine Sonderausstellung zum kommunistischen Widerstand. Organisiert von der VVN-BdA Düsseldorf besuchten wir mit etwas über 20 Personen am Sonntag, 7. Oktober 2018 das Museum. Es wird in hohem Maße durch ehrenamtliche Helfer betreut. Zwei von ihnen führten uns durch die Ausstellung und teilten dabei auch sehr persönliche Ansichten mit.

Das Museum zeigt in vielfältigen Ausstellungsstücken und medialen Darstellungen anschaulich die Geschichte der Vorkriegszeit mit der niederländischen Sicht auf Nazi-Deutschland, die Zeit der Besetzung der Niederlande und schließlich der Befreiung in den Jahren 1944/45 mit ihren Auswirkungen auf die Bevölkerung. Die Ausstellung ist um hohe Anschaulichkeit bemüht und will durch die Beschäftigung mit der Geschichte die aktuelle Bedeutung von Demokratie, Freiheit und Menschenrechten zeigen. Die Beschriftung ist dreisprachig, niederländisch, englisch und deutsch. Die Farbe rot kennzeichnet den Ausstellungsteil zur Besatzungszeit, die Farbe blau den Teil der Ausstellung, der die Zeit der Befreiung in den Jahren 1944/45 zeigt.

„Nationaal Bevrijdingsmuseum 1944-1945“ Groesbeek. Anschauliche Darstellung des Kriegsverlaufs.

Erstmalig erfuhr ich hier von der militärischen Operation „Market Garden“. Mittels einer groß angelegten Luftlandeoperation kombiniert mit einem Vorrücken der Landstreitkräfte versuchten die westlichen Allierten, die nach der Landung in der Normandie im Juni 1944 bereits weit nach Westen vorgedrungen waren, ab dem 17. September 1944 die Brücken über die Wasserstraßen im Südosten der Niederlande einzunehmen. Rund um Groesbeek und Nimwegen landeten dabei etwa 8.000 amerikanische Fallschirmjäger. Doch war die Aktion nur teilweise erfolgreich, erst mit der großen Rheinlandoffensive im Februar 1945 gelang im weiteren Verlauf des Krieges die Befreiung der Niederlande.

„Nationaal Bevrijdingsmuseum 1944-1945“ Groesbeek. Sonderausstellung zum kommunistischen Widerstand.

Neben der Dauerausstellung besuchten wir auch die aktuelle Sonderausstellung, die sich mit dem kommunistischen Widerstand gegen die deutsche Besetzung beschäftigte. Die Kommunistische Partei der Niederlande (CPN), die heute im politischen Leben unseres Nachbarlandes keine Rolle mehr spielt, unterstützte bereits in den 1930er Jahren den Widerstand in Deutschland und wandelte sich mit der Besetzung durch Nazi-Deutschland in eine Widerstandsorganisaion. Die Ausstellung stellt anschaulich die Geschichte des Widerstands und der Zeit nach 1945 dar. Nach einem kurzen Aufschwung verlor die CPN angesichts des Antikommunismus im Kalten Krieg und durch die Parteinahme für die Unabhängigkeit der Kolonie Niederländisch-Indien an Bedeutung.

„Nationaal Bevrijdingsmuseum 1944-1945“ Groesbeek. Sonderausstellung zum kommunistischen Widerstand mit dem Beispiel der Hannie Schaft.

Die Sonderausstellung ist noch bis zum 28. Oktober 2018 zu sehen.

Wir sind mehr – auch in Gelsenkirchen!

Heinrich-König-Platz während der Kundgebung des „Aktionsbündnisses 16.09.“ – Nicht alle passten aufs Foto.

Die Bilanz des heutigen Tages in Gelsenkirchen ist eindeutig: Die rechtsextremen sogenannten „Mütter gegen Gewalt“ waren klar in der Minderzahl. Etwa 250 rechtsextreme Demotouristen standen rund 2000 Gegendemonstranten gegenüber, die die im „Aktionsbündnis 16.09.“ locker verbundenen Initiativen, Organisationen und Parteien zu verschiedenen Kundgebungsorten aufgerufen hatten.

Die zentrale Kundgebung mit nach Veranstalterangaben etwa 1600 Personen fand auf dem Heinrich-König-Platz statt. Hierhin hatte das Aktionsbündnis von Anfang an mobilisiert. Die nahegelegenen Kundgebungen der SPD vor dem Hans-Sachs-Haus und der VVN-BdA an der Stele für Heinrich König schlossen sich an und verzichteten auf eigene Kundgebungen. Auch die Partei „Die Partei“ hatte hierhin mobilisiert.

Die evangelische Kirche stellte ihre Treppe als Bühne für die Demonstration zur Verfügung.

Auf dem Heinrich-König-Platz fand ein vorbereitetes Veranstaltungsprogramm aus Reden und Musik statt. Als Rednerinnen traten nur Frauen auf, um einen deutlichen Kontrapunkt gegen die selbsternannten „Mütter gegen Gewalt“ zu setzen. Es sprachen unter anderem die 1. Bürgermeisterin Martina Rudowitz, die Pfarrerin Kirsten Sowa, die DGB-Jugendsekretärin Susanne Franke, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dagmar Eckart, die Geschäftführerin des Deutsch-Türkischen Freundeskreises Oya Erken-Biesler und die Vorsitzende des Integrationsrates Melek Topaoglu. Ein Grußwort der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Frau Neuwald Tasbach wurde verlesen. Die Rednerinnen machten deutlich, dass wir die Rechtsextremisten in unserer Stadt nicht haben wollen und ihre vorgeblichen Lösungsvorschläge nur Schein-Lösungen sind. (Zur Musik kann ich leider nichts sagen, dass überlasse ich Leuten, die davon Ahnung haben 😉 )

Die VVN-BdA schloss sich mit ihrer Kundgebung der zentralen Kundgebung an.

Weitere Demonstrationen fanden auf dem Bahnhofsvorplatz zwischen Ibis-Hotel und Backwerk und direkt auf der Bahnhofstraße statt. Hier fand sich der aktionsorientierte Teil der Demonstranten wieder, der seinen Protest lautstark gegen die Rechten zum Ausdruck brachte. Leider hatte die Polizei die verschiedenen Demonstrationen weit von einander getrennt, so dass die Proteste kaum auf die andere Seite schallten. Dennoch machten die Gegendemonstranten immer wieder von Sprechchören gebrauch.

Auch das Musiktheater beteiligte sich mit seinen Mitteln.

In den Medien war im Vorfeld ausgiebig berichtet worden. Radio Emscher-Lippe hatte von 12 angemeldeten Demonstrationen berichtet, zu Kundgebungen war nach Angaben der WAZ von der MLPD bis hin zum CDU-Fraktionsvorsitzenden aufgerufen worden. Angesichts der angekündigten 500 oder mehr gewaltbereiten Rechtsextremisten hat es die Stadtgesellschaft geschafft, mit vielen Menschen deutlich zu machen, dass die Rechten hier nicht erwünscht sind. Oberbürgermeister Baranowski und der Personalrat der Stadtverwaltung hatten die städtischen Mitarbeiter aufgerufen, sich zu beteiligen. Das Musiktheater hatte ein neues Transparent aufgehängt und wies auf die verschiedenen Nationen hin, die dort arbeiten. Auch die Kirchen beteiligten sich mit einem Friedensgebet vor Kundgebungsbeginn und Bereitstellung der großen Treppe der evangelischen Kirche.

Alles in allem ein guter Tag für Gelsenkirchen: Wir sind nicht nur mehr, wir sind bunt, wir sind laut und sehen auch viel besser aus 😉

Der Heinrich-König-Platz gehört uns!

Die Stele von Werner und Martin Künne zur Erinnerung an Heinrich König auf dem Heinrich-König-Platz in Blickrichtung Ahstraße.

Wie im Internet zu erfahren ist, rufen die sogenannten „Mütter gegen Gewalt“ und die „Patrioten NRW“ für den 16.09.2018 – statt zu einer Kundgebung auf dem Heinrich-König-Platz – inzwischen zu einer Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz auf. Damit haben wir ein wichtiges Ziel erreicht, ihnen den Heinrich-König-Platz zu verwehren!

Es bleibt uns erspart, auf dem nach dem von den Nazis im KZ Dachau nach medizinischen Versuchen ermordeten katholischen Geistlichen benannten Heinrich-König-Platz extrem rechte Hooligans und Nazis zu ertragen.

Wie Radio-Emscher-Lippe auf seiner Facebook-Seite berichtet, sind insgesamt acht Kundgebungen zeitgleich in der Innenstadt angemeldet. Die Gelsenkirchener VVN-BdA ruft weiterhin für den 16.09.2018 ab 13 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Heinrich-König-Platz an der Stele für Heinrich König auf. Wie die WAZ berichtet, ruft auch das Aktionsbündnis 16.09. weiter zur Kundgebung auf dem Heinrich-König-Platz auf, zu der auch der Fraktionsvorsitzende der CDU kommen will. Ein ganz breites Bündnis gegen Rechts also!

Einige andere Initiativen, Organisationen oder Parteien dagegen werden vermutlich in Richtung Bahnhofsvorplatz mobilisieren, um den lautstarken Protest in Hör- und Sichtweite gegen die Rechtsextremisten zu wenden.

„Verbrechen der Wirtschaft“ im „Roten Freitag“

Buchveröffentlichung des RuhrEcho-Verlags, Bochum.

Kenntnisreich und anschaulich stellte Günter Gleising (VVN-BdA Bochum) heute im „Roten Freitag“ der Gelsenkirchener Linkspartei seine Buchveröffentlichung vor. Buch und Vortrag zeigen die Interessen der Schwerindustriellen und Ruhrbarone an der Errichtung der Nazi-Diktatur, der Ausschaltung der Demokratie und der Rüstungspolitik. Im Anschluss führten die Besucher noch eine lebhafte Diskussion über die Inhalte des Vortrags und ihre Übertragbarkeit auf die Gegenwart.

Ausgehend von der Fragestellung, wie es der NSDAP gelingen konnte, innerhalb weniger Jahre von einer Splittergruppe zur einflussreichsten Kraft Deutschlands zu werden, zeigte Günter Gleising die Unterstützung, die Hitler und seine Partei durch führende Industrielle genoss. Begünstigt wurde die Machtstellung der Wirtschaft durch eine beispiellose Konzentration der Schwerindustrie im Ruhrgebiet, die Krupp, Thyssen, Flick und anderen einen außerordentlichen Einfluss gab. Günter Gleising berichtete, dass er seit über 20 Jahre an diesem Thema arbeitet und unter anderem auf Quellen zurückgreift, die kurz nach 1945 von den Alliierten zusammengestellt wurden. Beispiele aus Gelsenkirchen rundeten den Vortrag ab.

In der sich an den Vortrag anschließenden Diskussion ging es um viele Einzelfragen, aber auch um die Bedeutung für die Gegenwart verbunden mit der Frage nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen der Entwicklung der NSDAP und der Entwicklung der AfD. Natürlich war die Zeit wie immer zu knapp für eine ausführliche Diskussion, eine Fortsetzung würde sich sicher lohnen.

Der „Rote Freitag“ ist eine Veranstaltungsreihe im Werner-Goldschmidt-Salon, dem nach dem Gelsenkirchener Antifaschisten benannte Veranstaltungsort der Die Linke. „Verbrechen der Wirtschaft“ war eine Kooperationsveranstaltung der Die Linke mit der Gelsenkirchener VVN-BdA.

Werner-Goldschmidt-Salon – Parteibüro von Die Linke und Veranstaltungsort, benannt nach dem Gelsenkirchener und jüdischen Widerstandskämpfer Werner Goldschmidt.