Archiv für den Monat März 2015

“Unser Marsch ist eine gute Sache …” – Demokratisches Liedgut der „Ostermärsche der Atomwaffengegner“

Das aus den 1960er Jahren stammende Lied „Unser Marsch ist eine gute Sache …“ gehörte zu den bekanntesten Liedern der Ostermarschbewegung. Das Lied mit den zentralen Strophen „Marschieren wir gegen den Osten? Nein!“ und „Marschieren wir gegen den Westen? Nein!“ zeigt auf, wie sich die Ostermarsch-Bewegung selbst sah, neutral zwischen den beiden Blöcken des Kalten Krieges, zwischen NATO und Warschauer Pakt. Der Schauspieler Hannes Stütz, der dieses Lied schrieb, gehörte selbst zu ihnen.

Die lebendige Tradition politischer Lieder war durch den Faschismus abgerissen, dem deutschen Volkslied misstrauten viele, haftete ihnen doch der Mißbrauch durch die Nazis an. Nachdem zunächst Folksongs anglo-amerikanischen Ursprungs als musikalische Vorlage für aktuelle Texte dienten, schärfte sich langsam der Blick für die demokratische Liedtradition vergangener Jahrhunderte in Deutschland. Liedermacher knüpften mit neuen Liedern an ihnen an und verbreiteten auch alte Lieder. Dieses Lied ist eines der damals neuen Lieder.

„Unser Marsch ist eine gute Sache …“ ist auch heute noch aktuell, wenn wir singen: „Wir marschieren für die Welt, die von Waffen nichts mehr hält, denn das ist für uns am besten!“

Unser Marsch ist eine gute Sache

Unser Marsch ist eine gute Sache,
weil er für eine gute Sache geht.
Wir marschieren nicht aus Haß und Rache,
wir erobern kein fremdes Gebiet.
Uns’re Hände sind leer,
die Vernunft ist das Gewehr,
und die Leute versteh’n uns’re Sprache:

Marschieren wir gegen den Osten? Nein!
Marschieren wir gegen den Westen? Nein!
Wir marschieren für die Welt,
die von Waffen nichts mehr hält,
denn das ist für uns am besten!

Wir brauchen keine Generale,
kein Bunker, kein Führerhauptquartier,
der Lehrer wird zum Feldmarschalle,
die Mütter, die werden Offizier.
Der Monteur und der Friseur,
der Student, der nicht mehr pennt,
und der Maler, sie rufen Euch alle:

Marschieren wir gegen den Osten? Nein!
Marschieren wir gegen den Westen? Nein!
Wir marschieren für die Welt,
die von Waffen nichts mehr hält,
denn das ist für uns am besten!

Du deutsches Volk, du bist fast immer
für falsche Ziele marschiert,
am Ende waren nur Trümmer.
Weißt du heute, wohin man dich führt?
Nimm Dein Schicksal in die Hand,
steck den Kopf nicht in den Sand,
und laßt euch nicht mehr verführen!

Marschieren wir gegen den Osten? Nein!
Marschieren wir gegen den Westen? Nein!
Wir marschieren für die Welt,
die von Waffen nichts mehr hält,
denn das ist für uns am besten!

(Text und Musik: Hannes Stütz)

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Infostand zum Ostermarsch 2015 auf dem Heinrich-König-Platz

Gemeinsam informierten am heutigen Samstag das Friedensforum Gelsenkirchen und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Gelsenkirchen über die diesjährigen Aktivitäten des Ostermarschs Rhein-Ruhr. Neben Bürgern, die interessenlos an uns vorbeieilten, gab es zahlreiche, die sich für unsere Flyer interessierten, einige blieben stehen und unterhielten sich mit uns. Die aufgestellten Stellwände fanden weniger Interesse, aber vielleicht war das Wetter auch zu windig, um länger zum Lesen zu verweilen. Das Interesse war größer, als ich vermutet hätte, einige Leute kamen auch direkt auf unseren Stand zu um sich einen Flyer oder einen Button zu holen.

Ostermarsch-Infostand 28.03.2015 (01)Ursprünglich hatten wir vorgehabt, wie zuletzt unseren Infostand auf dem Neumarkt aufzubauen, doch war er in diesem Jahr durch den „Blumen- und Gartenmarkt“ der Werbegemeinschaft belegt. Der stattdessen gewählte „Heinrich-König-Platz“ war dagegen keine schlechte Wahl. Wir standen am Rande der Baustelle an einem der Zugänge zur U-Bahn gegenüber von „Am Rundhöfchen“. Aus vier Richtungen strömten Passanten von und zum Blumen- und Gartenmarkt, so dass wir zufällig genau den richtigen Knotenpunkt gewählt hatten. Die Bodenfläche an unserem Infostand wurde wieder durch eine mit blauer Bodenmalkreide gemalte überdimensionale Friedenstaube gestaltet; auf den Wegen, die zu unserem Infostand bzw. an ihm vorbei führten, stand jeweils „Frieden“ in dicken, fetten, gelben oder weißen Buchstaben.

Ostermarsch-Infostand 28.03.2015 (03)Beim Malen des Wortes „Frieden“ auf den Pflastersteinen hörte ich, wie ein sehr junges Mädchen in schönstem Ruhrpott ausrief: „Omma, was steht daaaa?“ Die übrigens noch recht junge Großmutter buchstabierte mit ihrer Enkelin zusammen die Buchstaben und das Wort und erläuterte kindgerecht, was „der Mann“ (damit war ich gemeint) erreichen will.

Unser Infostand war auch aus inhaltlicher Sicht gut gewählt. Im Straßenpflaster von „Am Rundhöfchen“ befindet sich einer der beiden Stolpersteine für den von Nazis erschlagenen Erich Lange und der Heinrich-König-Platz selbst gehört zu den vier innerstädtischen Plätzen, die an Verfolgung und Widerstand gegen die Nazis erinnerten. Zur Lehre aus dieser Zeit gehört nicht nur „Nie wieder Krieg!“, sondern auch „Nie wieder Faschismus!“

Ostermarsch-Infostand 28.03.2015 (02)In Gelsenkirchen wird der diesjährige Ostermarsch Rhein-Ruhr am Ostersonntag, 05.04.2015 gegen 11.40 Uhr aus Essen als Fahrrad-Korso eintreffen. Die Ostermarschradler werden wie auch schon in den vergangenen Jahren im Stadtgarten an der Zeppelinallee mit Kaffee und Kuchen empfangen werden, wahrscheinlich wird es auch wieder von Seiten eines VVN-BdA-Mitglieds gefüllte Weinblätter geben. Als Redner vor dem Mahnmal für die Opfer der Nazi-Gewaltherrschaft wird der Industrie- und Sozialpfarrer Dieter Heisig sprechen, für Musik wird Peter Sturm sorgen. Anschließend wird der Ostermarsch-Fahrrad-Korso nach Bochum-Wattenscheid zum August-Bebel-Platz fahren.

Anders als in den letzten Jahren werden SJD – Die Falken dieses Jahr kein „O-Ton-Festival“, kein „Seid laut gegen Krieg!“ am Ostersamstag veranstalten. Doch für Donnerstag, dem 30. April 2015, dem Mai-Vorabend, rufen SJD- Die Falken und zahlreiche Kooperationspartner zur Veranstaltung „Laut gegen Rechts“ von 18 bis 22 Uhr auf dem Neumarkt auf. Angekündigt sind „The Herbs“, „Ira Atari“ und „Kellerwerk“, die ich alle drei nicht kenne, aber mir wohl anhören werde. Laufende Infos auf Facebook.

Rechts-Demonstration am 1. Mai 2015 von Essen nach Gelsenkirchen erzeugt Gegenproteste in beiden Städten

NoNazisNachdem Essener und Gelsenkirchener am 1. Mai 2014 gegen eine Demonstration von „Pro NRW“ in Essen demonstriert haben, plant für den 1. Mai 2015 die aus Dortmund bekannte Partei „Die Rechte“ einen Demonstrationszug, dieses Mal von Essen nach Gelsenkirchen. Auch gegen diese Demonstration regt sich bunte Gegenwehr in beiden Städten. Das breite Bündnis „Essen stellt sich quer“ und „Kray ist bunt“ bereiten sich vor: „Na denn, mal schauen wie wir die empfangen.“

Auch in Gelsenkirchen befindet sich ein neues Bündnis in Gründung. „G-E-blockt“ will Aktivisten aus beiden Städten zusammenführen und „mit den Mitteln des Zivilen Ungehorsams, also friedlichen Menschenblockaden“ den Aufzug der Rechten stören. Nach Auffassung des Bündnisses steht „Die Rechte“ in der Tradition des verbotenen „Nationalen Widerstandes Dortmund“.

„Leben, das ist immer das gleiche Lied …“

Leo Kowald und Karmelita Gaertig 2015 im LaLok libreKarmelita und Leo laden wieder zu einem Chanson-Abend BRASSENS & Co zum ANFASSEN ein. In diesem Jahr anlässlich von Leos LXV-Tags und 70 Jahre Frieden mit Frankreich, am 18. April 2015 um 20.15 Uhr im LaLoK libre in der Dresdener Straße 87/Ecke Grillostraße in 45881 Gelsenkirchen-Schalke. Es gibt wieder „L‘ interdit – Cuvée Rebelle“ aus St. Ambroix und leckeres Essen von Venetia und ihrem LaLok-Team! Der Eintritt ist frei.

Das Phänomen Ivana Hoffmann, die aus Duisburg-Meiderich in den Krieg gegen den Islamischen Staat zieht

Ivana HoffmannNachdem lange in den Medien darüber spekuliert wurde, wie man junge und radikalisierte Muslime daran hindern kann, in den Krieg des selbsternannten „Islamischen Staates“ in Syrien und in den Irak zu ziehen, überraschte die Nachricht vom Tod einer 19jährigen, schwarzen Duisburgerin, die auf der Seite der Kurden gegen die Barbarei des IS kämpfte und in diesem Krieg fiel. Das Erstaunen und die Frage nach der Motivation der jungen Frau durchzieht mehr oder weniger alle Berichte über sie. Eher selten wird sie, und dann vor allem in Leser-Kommentaren, selbst als Terroristin bezeichnet. In der Regel überwiegen Bewunderung und die Einschätzung, sie habe auf der richtigen Seite gekämpft. Dies ist nicht zuletzt der Barbarei des sogenannten „Islamischen Staates“ geschuldet. Kritisch gesehen wird allerdings, wie sie zur Heldin erklärt wird.

Die ersten Berichte, die meine Aufmerksamkeit erweckten, stammten aus der WAZ und der „Jungen Welt“ vom 10. März 2015. Unter der Überschrift „Ivana, die Duisburger Kämpferin“ referiert Hayke Lanwert auf der Rhein-Ruhr-Seite der WAZ neutral die zu diesem Zeitpunkt bekannten Fakten. Die „Junge Welt“ macht mit der Überschrift „Tod einer Internationalistin“ auf. Nick Brauns schreibt kürzer als die WAZ über Ivana und berichtet außerdem darüber, dass neben „kommunistischen Internationalisten“ auch „Armeeveteranen aus Europa, Nordamerika und Australien“ an der Seite der Kurden kämpfen.

Felix Huesmann schreibt am 13. März 2015 in der „Süddeutschen Zeitung“ unter der Überschrift „Sie wollte mehr tun“, dass Ivana überhaupt keinen persönlichen Bezug zum umkämpften Gebiet gehabt habe, sondern ihre Entscheidung politischer Natur war. In einem Interview mit einem ihrer Freunde aus der „linken Szene“ wird das deutlich: „Sie hat aber immer gesagt, dass das zu wenig ist. Dass es nicht genügt, in Deutschland zu sitzen und auf Demonstrationen zu gehen“.

Der Spiegel widmet ihr in der Nr. 12 vom 14. März 2015 eine gut zweiseitige Spurensuche. Auf der Titelseite heißt es: „Warum ein deutsches Mädchen gegen den IS kämpfte“. Laura Backes und Jörg Diehl fragen sich „Was sucht eine 19-jährige Deutsche in Syrien?“ und recherchieren in ihrem Geburtsort Emmerich am Rhein, lassen den Vater, der sie seit Jahren nicht mehr gesehen hatte und Freunde aus Duisburg zu Wort kommen. Die Redakteure beschreiben eine junge Frau, die ihren Platz in der Welt sucht, gegen das Abitur nach 12 Jahren und Studiengebühren protestiert, Marx und Lenin als ihre „Helden“ auserkoren habe, und sich im Philosophie-Unterricht mit dem Lehrer anlege. Der Spiegel lässt kein Klischee linker Sozialisation aus, und vielleicht ist es ja wirklich so gewesen. Stark beschäftigt habe Ivana insbesondere die Entführung und Versklavung von Frauen durch den IS. Das kurdische Gebiet Rojava sei zudem für viele Linke zu einem „Sehnsuchtsland“ geworden und kurdische Gruppierungen würden massiv mit diesem „vermeintlichen Utopia“ werben, schreibt der Spiegel.

Deftige Kritik übt am 15. März 2015 der Blog „mariasfirst“, der fragt, ob „Ivana Hoffmann aus purer Überzeugung, aus Verzweiflung oder einer Mischung aus beidem“ sich für die „stalinistische Gruseltruppe der MLKP“ entschied und kritisiert, dass „die MLKP ihren Tod zum werbewirksamen Heldenmythos“ verwendet. In die gleiche Kerbe schlägt auch der Stern in Nr. 13 vom 19.03.2015. Barbara Opitz kritisiert unter der Überschrift „Tod eines Mädchens“: „Sie war erst 19 Jahre alt, sie träumte von Gerechtigkeit und einer besseren Welt. […] Nun wird sie von Kurden und Kommunisten professionell zur Märtyrerin aufgebaut.“

Anders fragt sich Fabian Köhler am 16.03.2015 auf Telepolis unter der Überschrift: „Ich will ein Teil der Revolution in Rojava sein“, ob dies gar nicht die Geschichte über die Widersprüchlichkeit einer jungen Deutschen sei, die ihr bürgerliches Zuhause verlässt, keine Revolutionsromantik sei, sondern ob „Ivana Hoffmanns Kampf an der Seite kurdischer Milizen [nicht] einfach nur konsequent war?“ Wer will diese Frage beantworten, außer sie selbst?

Ivana Hoffmann selbst schrieb: „Ich will ein Teil der Revolution in Rojava sein, ich will mich weiter entwickeln, ich will in diesem Kampf, der alle unterdrückten Völker miteinander verbindet, kennenlernen und vor allen Dingen die Revolution in Rojava, wenn es sein muss mit meinem Leben zu verteidigen.“ Ivana Hoffmann war alt genug, diese Entscheidung zu treffen. Ich hoffe, sie hat ihre Entscheidung nicht bereut und gefunden, was sie gesucht hat. Was uns bleibt ist die Trauer um ein junges Leben, das viel zu früh endete.

Streit um „Die Bandbreite“ entzweit den Ostermarsch Rhein-Ruhr 2015

Ausschnitt aus dem Programm des Ostermarsch Rhein-Ruhr 2015

Ausschnitt aus dem Programm des Ostermarsch Rhein-Ruhr 2015

Wie auch in den letzten Jahren werden die einzelnen Stationen des Ostermarsches Rhein-Ruhr von lokalen Gruppen organisiert. Beim Friedensforum Duisburg hat man sich für die umstrittene Band „Die Bandbreite“ entschieden. Auf einer Friedensversammlung in Essen* hat sich die Versammlung von diesem Auftritt distanziert. Im Programmflyer steht anstelle des Bandnamens der Vermerk: „In Duisburg tritt eine Band auf, die politisch umstritten ist. Deshalb unterstützt der Ostermarsch Rhein/Ruhr diesen Auftritt mehrheitlich nicht.“

Die VVN-BdA NRW, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, geht in ihrem Aufruf noch einen Schritt weiter und unterstützt den Ostermarsch-Aufruf, beteiligt sich aber erst ab Düsseldorf am Ostermarsch, der Ostermarsch-Station nach Duisburg. Auf der Homepage des Landesverbandes NRW ist diese Position mit aller Deutlichkeit formuliert: „Da in Duisburg die Band ‘Die Bandbreite‘ auftritt, rufen die VVN-BdA NRW nicht zu den Duisburger Veranstaltungen auf. Die Band bezeichnet sich zwar als ‘antifaschistisch‘. Gleichzeitig tritt die Band aber auch bei rechten Querfront-Veranstaltungen wie ‘EnDgAmE‘ am 21.02.2015 in Halle auf.“

Um „EnDgAmE“ (Engagierte Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas) zu charakterisieren, wird auf einen Blogbeitrag zurückgegriffen. Dort heißt es: „In Halle, der nächsten EnDgAmE-Demonstration durfte dann der ‘Reichsbürger‘, Rechtsextremist und verurteilte Holocaustleugner Christian Bärthel sprechen und die Haftentlassung des Rechtsextremisten Horst Mahler fordern. Die Band ‘Die Bandbreite‘ lieferte die musikalische Umrahmung. In Halle hatte neben NPD auch die Partei ‘Die Rechte‘ zur Teilnahme aufgerufen. Bilder die die EnDgAmE-Organisator_innen mit NPD-Größen zeigen, gibt es genügend. Sie seien angeblich ‘rein zufällig entstanden‘, so die EnDgAmE-Organisator_innen. Damit scheint klar, wo der Zug hingeht: Mit rechter und linker Rhetorik und rechten Aktivist_innen wird die Querfront mit Leben gefüllt.“

Auch die DFG/VK, die Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsdienstgegner, erklärt: „Pegida, Hagida, Pegada, Endgame – es ist die gleiche Ideologie. Die DFG-VK stellt sich den Versuchen entgegen, Friedenspolitik als Vehikel für rassistische sowie rechtsradikale Forderungen und das Schüren von Hass auf ‘das Andere‘ zu nutzen. Der Einsatz für Frieden ist immer transnational, antifaschistisch und solidarisch.“

In diesem Jahr jährt sich am 8. Mai zum 70. Mal die Befreiung vom Faschismus 1945. Als historische Lehre gehören die Forderungen „Nie wieder Krieg!“ und „Nie wieder Faschismus!“ zusammen! Wer diesen Zusammenhang nicht teilt, kann nicht mit uns gemeinsam für den Frieden demonstrieren. Nicht umsonst heißt es auf dem Plakat zum Ostermarsch Rhein-Ruhr 2015: „Rechtsextremisten und Neonazis bleiben vom Ostermarsch ausgeschlossen“.

* Habe mich falsch erinnert, die Friedensversammlung fand in Essen und nicht wie ursprünglich angegeben in Bochum statt.

Erfahrungen beim Anmelden eines Infostandes

Ostermarsch Rhein-Ruhr 2015Es ist schon erstaunlich, da habe ich mit meinen beinahe 50 Lebensjahren schon an zahlreichen Kundgebungen, Demonstrationszügen und Infoständen mitgewirkt, aber bisher noch niemals selbst eine Veranstaltung angemeldet. Nachdem wir in der Mitgliederversammlung der Gelsenkirchener VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) zur Vorbereitung auf den Ostermarsch 2015 beschlossen hatten, mit einem Infostand in der Gelsenkirchener Innenstadt darauf hinzuweisen und für ihn zu werben, fiel mir als Sprecher der Gruppe die Aufgabe zu, diesen anzumelden.

Auf der Seite der Gelsenkirchener Polizei fand ich ein schönes, zweiseitiges Formular, welches ich ordentlich ausfüllte und an die Polizei faxte. Etwas merkwürdig fand ich, dass es nur vier Auswahlmöglichkeiten gab (Kundgebung, Mahnwache, Aufzug, Aufzug mit Kundgebung), doch ich schrieb handschriftlich „Info-Stand“ dazu. Sehr schnell bekam ich einen Anruf und wurde ganz freundlich und überaus bürgernah darüber aufgeklärt, dass die Polizei für einen Infostand gar nicht zuständig sei. Ich bekam gleich dazu Telefonnummer und den Namen der zuständigen Ansprechpartnerin bei der Stadtverwaltung Gelsenkirchen im Referat Verkehr. Auch wusste die Polizei schon, dass der von uns gewünschte Neumarkt zum gewünschten Zeitpunkt von einem Garten- und Blumenmarkt belegt sein würde, der Heinrich-König-Platz aber noch frei wäre.

So rief ich im Referat Verkehr der Stadtverwaltung an und erhielt die Auskunft, ich solle den Infostand schriftlich beantragen, und ja, es ginge auch per Fax. Als ich nach einer guten Woche noch keine Rückmeldung erhalten hatte, fragte ich erneut nach, ob es vielleicht ein Problem mit der Beantragung gäbe. Nein, es gäbe kein Problem. Wie sich herausstellte, war die „Sondernutzungserlaubnis“ nur an die falsche Hausnummer geschickt worden. Heute war sie schließlich in meinem Briefkasten.

Gemeinsam werden das Friedensforum Gelsenkirchen und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten VVN-BdA Gelsenkirchen am Samstag, dem 28. März 2015 in der Zeit zwischen 10.00 und 14.00 Uhr auf dem Heinrich-König-Platz über den Ostermarsch Rhein-Ruhr 2015 informieren und für ihn werben.

Zum Abschluss noch der Hinweis auf den Bericht zum Infostand 2012.