Archiv der Kategorie: Erinnerungskultur

Vor 75 Jahren – Das Massaker von Lidice

Blick auf das Gelände des ehemaligen Dorfes Lidice. Links in der Bildmitte der Ort des Massengrabes der 173 Männer, rechts im Vordergrund ein Teil des Denkmals der 82 ermordeten Kinder von Lidice.

Lidice, ein kleines Dorf in der Nähe von Prag, wurde von den Nazis vor 75 Jahren, am 9./10. Juni 1942 vernichtet. 173 Männer wurden bereits im Ort erschossen, 198 Frauen ins KZ Ravensbrück deportiert, die meisten der 98 Kinder im Vernichtungslager Kulmhof ermordet. Die 93 Häuser wurden niedergebrannt und der Ort bis Ende 1943 dem Erdboden gleichgemacht. Nach dem Willen der Nazis sollte er für immer von der Landkarte ausgelöscht sein, stattdessen hat sich sein Name als Beispiel für faschistischen Terror in aller Welt erhalten.

Entgegen des Münchener Abkommens von 1938, das die Abtretung der deutschsprachigen Sudetendeutschen Gebiete der Tschechoslowakei an Nazi-Deutschland erzwang und der Beteuerung Hitlers, marschierte am 15./16. März 1939, noch vor Beginn des Zweiten Weltkrieges, die Deutsche Wehrmacht in die übrig gebliebene, wehrlose Tschechoslowakei ein. Die Slowakei wurde ein „unabhängiger“ deutscher Satellitenstaat, das tschechische Staatsgebiet als „Reichsprotektorat Böhmen und Mähren“ von Nazi-Deutschland annektiert. Zur Bekämpfung des wachsenden antifaschistischen Widerstands wurde am 28. September 1941 Reinhard Heydrich, Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes, SS-Obergruppenführer und General der Polizei, zum stellvertretenden „Reichsprotektor“ ernannt.

Heydrich, den man im „Protektorat“ nur den Henker nannte und in dessen Amtszeit tausende Widerstandskämpfer verhaftet wurden, starb an den Folgen eines auf ihn am 27. Mai 1942 verübten Attentats. Eine vermeintliche Spur, ein falsch gedeuteter Liebesbrief, führte die Nazi-Behörden nach Lidice, einem kleinen Ort 22 km nordwestlich von Prag. Die Männer des Ortes arbeiteten im Stahlwerk oder den Kohlebergwerken der 7 km entfernten Kreisstadt Kladno. In Berlin wurde in einer „Führerbesprechung“ entschieden, als „Sühnemaßnahme“ 1. alle erwachsenen Männer zu erschießen, 2. alle Frauen lebenslänglich ins Konzentrationslager zu deportieren, 3. „eindeutschungsfähige“ Kinder an SS-Familien zu geben und die übrigen anders zu erziehen, 4. das Dorf niederzubrennen und auszulöschen.

Offizielle Gedenkfeier am Massengrab in der Gedenkstätte Lidice (Foto 13.06.2009).

Das Dorf wurde am 9. Juni 1942 von Gestapo und Ordnungspolizei umstellt. Am 10. Juni 1942 wurden 173 Männer über 15 Jahren im Garten von Horáks Bauernhof erschossen, nachdem Frauen und Kinder bereits frühmorgens mit LKWs nach Kladno in die Sporthalle des Realgymnasiums gebracht worden waren. Die Frauen über 16 Jahren wurden ins Konzentrationslager Ravensbrück deportiert, außer den zur „Eindeutschung“ vorgesehenen wurden 82 Kinder (nach allem was wir heute wissen) in den Gaswagen des Vernichtungslagers Kulmhof ermordet. Lidice wurde komplett niedergebrannt, der Friedhof zerstört, der Teich zugeschüttet, Bäume abgeholzt. Die Geländeplanierung wurde Ende 1943 durch den Reichsarbeitsdienst beendet.

Blick in den Rosengarten, der „Park der Freundschaft und des Friedens“ wurde 2001/02 in einem Projekt mit jugendlichen Handwerkern aus Nordrhein-Westfalen erneuert.

Nach der Niederlage Nazi-Deutschlands kehrten 143 überlebende Frauen aus dem KZ Ravensbrück zurück und erfuhren erst jetzt von ihrem Unglück. An der Stelle ihrer Häuser fanden sie nur eine öde Ebene mit dem Massengrab ihrer Männer und Väter. Nur 17 Kinder, deren Eltern teilweise nicht mehr lebten, wurden nach einer außerordentlichen Suche wiedergefunden. In der Nähe des zerstörten Lidice wurde das neue Lidice aufgebaut, in das die überlebenden Frauen und Kinder einzogen. Das Gelände des zerstörten Ortes wurde zur Mahn- und Gedenkstätte, seit 1955 entstand mit geschenkten Rosenstöcken aus aller Welt der „Park der Freundschaft und des Friedens“.

Denkmal der Bildhauerin Marie Uchytilová für die 82 ermordeten Kinder aus Lidice.

Nach dem Ende des Kommunismus sowjetischer Prägung 1989 geriet Lidice zunächst in Vergessenheit. Mit Unterstützung unter anderem durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds begann ab 2000 die Neugestaltung der Památník Lidice mit dem Neubau einer Begegnungsstätte und der Neugestaltung der musealen und pädagogischen Bereiche. So wurde unter anderem 2001/02 in einem Kooperationsprojekt „Rosen für Lidice“ mit nordrhein-westfälischen Berufsbildungseinrichtungen für benachteiligte Jugendliche, die sonst eher selten die Gelegenheit für internationale Jugendbegegnungen haben, der Rosengarten erneuert und am 15. Juni 2002 anlässlich des 60. Jahrestages der Vernichtung des Ortes vorgestellt.

Den 82 Kindern, 42 Mädchen und 40 Jungen im Alter von 1 bis 16 Jahren, die im Juli 1942 im Vernichtungslager Kulmhof ermordet wurden, schuf die Bildhauerin Marie Uchytilová mit ihrer Figurengruppe ein weltweit einzigartiges Denkmal. Nach ihren Worten sollte es zugleich ein symbolisches Denkmal für 13 Millionen Kinder, Opfer des Zweiten Weltkrieges sein. Sie selbst erlebte die Realisierung des Denkmals nicht mehr, erst 2000 wurden die letzten sieben Kindergestalten in Lidice enthüllt.

Gedenkstein zur Erinnerung an die ermordeten Kinder, auch aus Lidice, im „Waldlager“ des Vernichtungslagers Kulmhof im von Nazi-Deutschland besetzten Polen.

Das Verbrechen in Lidice ist kein Einzelfall, weitere Massaker fanden an vielen Orten Europas statt. Stellvertretend aber nicht abschließend nennen möchte ich Oradour-sur-Glane in Frankreich, wo am 10. Juni 1944 die Waffen-SS wütete, Kalavryta in Griechenland, wo am 13. Dezember 1943 die Deutsche Wehrmacht wütete, Marzabotto in Italien, wo im September/Oktober 1944 ebenfalls die Deutsche Wehrmacht wütete sowie Sant’Anna di Stazzema in Italien, wo am 12. August 1944 die Waffen-SS wütete. Letzteres wird als ungesühntes Massaker Thema einer Veranstaltung in Gelsenkirchen in der flora am 17. Oktober 2017 sein.

Anmerkung: Die Fotos aus Lidice entstanden während eines Besuchs im Juni 2009, das Foto aus Kulmhof während des Besuchs in Lodz und Kulmhof 2016.

Gedenken an Elisabeth Käsemann

Klaus Brandt (links im Bild) mit August Bebel und Andreas Jordan während der Antikriegstagsveranstaltung 2014.

Mit der folgenden Pressemitteilung lädt der unermüdliche Klaus Brandt zu einer kleinen Gedenkveranstaltung an Elisabeth Käsemanns Ermordung durch die argentinische Militärjunta am 24. Mai 1977 auf den nach ihrem Vater benannten Ernst-Käsemann-Platz in Gelsenkirchen-Rotthausen ein.

Am Mittwoch, dem 24. Mai, 18 Uhr, möchte ich auf dem nach Ernst Käsemann benannten Platz in Rotthausen der Ermordung seiner Tochter Elisabeth öffentlich gedenken. Sie war eine der 16 Personen, die am späten Abend des 23. Mai 1977 vom argentinischen Folterzentrum „El Vesubio“ bei Buenos Aires in ein nahe gelegenes Landhaus verfrachtet und in der Nacht von Militärs hinterrücks erschossen wurden. Eine Zeugin, Elena Alfaro, entging diesem Massaker, weil sie schwanger war und die nach Adoptionsmöglichkeiten suchenden Militärs es auf ihr Kind abgesehen hatten. Sie berichtet:

„Am 23. Mai des Nachts begannen sie, uns herauszurufen. Wir waren gefesselt. Von einem Augenblick auf den anderen sagten sie uns, dass sie uns verlegen. Wir waren 17. Es war Nacht. In einem bestimmten Moment öffnet sich die Tür und jemand schreit: ‚08 zurück in die Zelle!‘ 08 war ich. Und ich fing an zu weinen und zu schreien, mir war schon alles egal. Eine Mitgefangene schaffte es, sich aus ihrer Handfessel zu befreien. Und unter einem enormen Risiko kommt sie in meine Zelle, schüttelt mich und sagt: ‚Elena, sei dir darüber klar, dass du die einzige bist, die davon erzählen kann‘. Und diese Worte behielt ich, um zu widerstehen, um zu überleben.“

Elisabeths Schwester, Dr. Eva Teufel: „Von verantwortlichen Stellen fühlte mein Vater sich im Stich gelassen. Elisabeth war ihrem Vater nicht unähnlich. Ihre Überzeugungen wollte sie nicht preisgeben. Mein Vater hat überlebt. Elisabeth bezahlte für das Festhalten an ihren Überzeugungen mit dem Leben.“

Ernst Käsemann: „Und so definiere ich heute die Kirche Jesu Christi als die Widerstandsbewegung des erhöhten Herrn auf dieser Erde gegen seine Gegner. Dazu gehören für mich nicht nur Helmut Kohl, Helmut Schmidt und Hans-Dietrich Genscher, sondern gehören auch die argentinischen Politiker. Sie sind für mich die Repräsentanten der Gegner Jesu Christi auf Erden, denen wir auf Erden zu widerstehen haben.

Eindrücke eines Antifaschisten in Berlin

Ein Beispiel aus der Ausstellung „Topographie des Terrors“.

Vom 13. bis 16.03.2017 hatte ich die Gelegenheit mit rund 40 weiteren Interessierten an einer Wahlkreisfahrt der Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke nach Berlin teilzunehmen. Im Programm war deutlich der antifaschistische Schwerpunkt der Fahrt mit den Stationen Topographie des Terrors, Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst und Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit zu erkennen. Während der Stadtrundfahrt kam noch ein Zwischenstopp an der Adresse Tiergartenstraße 4 hinzu. Dazu gehörten eine Diskussion mit Ulla Jelpke im Paul-Löbe-Haus sowie ein Besuch des Bundestages im Reichstagsgebäude. Nach ausführlichen Informationen und guten Führungen verunglückte leider der Abschlusstermin in der Bundeszentrale für politische Bildung. Sehr gut waren die Organisation durch den Mitarbeiter des Bundespresseamtes und die Wahlkreis-Mitarbeiterin von Ulla Jelpke.

Gleich die erste Station direkt nach der Ankunft in Berlin war die Ausstellung Topographie des Terrors. Das Dokumentationszentrum steht auf dem „Prinz-Albrecht-Gelände“, auf dem zwischen 1933 und 1945 in heute nicht mehr bestehenden Gebäuden die Zentrale der Gestapo, von SS und SD sowie ab 1939 das Reichssicherheitshauptamt eine außerordentliche Konzentration von Macht und Terror auf engstem Raum bildeten. Nachdem die Geschichte des Ortes in den 1950er Jahren zunächst dem Vergessen übergeben worden war wurden nach wiedererwachtem Geschichtsinteresse 1987 eine Dokumentation eingerichtet und Ausgrabungen vorgenommen. Später wurde eine Freiluft-Ausstellung entlang der freigelegten Kellermauerreste an der Niederkirchnerstraße (ehemalige Prinz-Albrecht-Straße) präsentiert. (Ein Foto dieser Ausstellung aus dem Juli 2000 befindet sich am Ende dieses Beitrags). Seit Mai 2010 besteht das neue Dokumentationszentrum mit einer ausführlichen, deutsch- und englischsprachigen Ausstellung nach modernen Standards über das Terrorsystem der Täter und den von ihnen verübten europaweiten Verbrechen.

Topographie des Terrors – Kellermauerreste an der Niederkirchnerstraße (ehemalige Prinz-Albrecht-Straße).

Besonders beeindruckte mich eine Sonderausstellung zu Massenerschießungen auf dem Gebiet der von Nazi-Deutschland besetzten Sowjetunion. Wie inzwischen in vielen neuen Ausstellungen üblich stellt man auch hier Biografien einzelner Mordopfer und ihrer Familien dar. Damit wird der abstrakten Zahl von rund zwei Millionen ermordeter Juden in dieser Phase des Holocaust ein Gesicht gegeben. Überhaupt nicht beeindruckend fand ich das funktionale Gebäude, hier könnte problemlos auch eine Ausstellung beispielsweise über die Kunst des 20. Jahrhunderts Platz finden.

Das Gebäude des Deutsch-Russischen-Museums in Berlin-Karlshorst, ursprünglich für die Wehrmacht errichtet und während der Schlacht um Berlin im April 1945 als sowjetisches Hauptquartier genutzt, ist eng verbunden mit der bedingungslosen Kapitulation der militärischen Führer Nazi-Deutschlands in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1945. Hier wurde 1967 zu DDR-Zeiten von sowjetischer Seite ein Museum eingerichtet, das sich an die sowjetischen Soldaten richtete und in dessen Zentrum die Schlacht um Berlin stand. Der Saal, in dem 1945 die Kapitulation unterzeichnet worden war, wurde dafür rekonstruiert. Mit dem Abzug der sowjetischen Soldaten im Zuge der Vereinigung beider deutscher Staaten 1990 wurde das Museum zu einem gemeinsamen Deutsch-Russischen Museum mit dem Fokus auf den Krieg zwischen Nazi-Deutschland und der Sowjetunion 1941-1945. Bemerkenswert ist an diesem Museum, dass der Krieg aus der Sicht beider früherer Kriegsgegner gezeigt wird. Auch die neue Ausstellung enthält Exponate der alten Ausstellung, eingebunden in den neuen Kontext.

Berlin-Karlshorst, 1967 rekonstruierter Saal, in dem in der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1945 die bedingungslose Kapitualation der militärischen Führer Nazi-Deutschlands stattfand.

Während der Führung durch die Ausstellung, die sich an ausgewählten Schwerpunkten orientierte, wurde der Unterschied zwischen den Kriegen gegen Länder wie Frankreich und dem Krieg gegen die Sowjetunion deutlich. Der Krieg gegen die Sowjetunion war ein gewollter und geplanter Vernichtungskrieg gegen die in der rassistischen Vorstellungswelt der Nazis minderwertige Bevölkerung der Sowjetunion zur Eroberung „neuen Lebensraums“. Deutlich wird der Vernichtungskrieg auch an der Behandlung der von Nazi-Deutschland gefangen genommenen sowjetischen Soldaten. 60% von ihnen starben in deutscher Kriegsgefangenschaft. In absoluten Zahlen wurden von etwa 5,7 Millionen gefangenen Soldaten 3,3 Millionen entweder erschossen, oder man ließ sie verhungern oder an Seuchen sterben. Erst der Bedarf an Arbeitskräften besserte ihre Lage und die Überlebenden wurden als Zwangsarbeiter eingesetzt.

Allerdings schien während der Führung auch eine mögliche Grenze eines Deutsch-Russischen Museums auf. Man konnte fast übersehen, dass sich zwischen den beiden Kriegsgegnern Polen befand, das von Nazi-Deutschland und der Sowjetunion 1939 aufgeteilt worden war. Vielleicht ist dieser Eindruck auch nur aufgrund der Führung entstanden, denn wie immer reichte die Zeit nicht, um sich die Ausstellung vollständig anzusehen.

Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park – Bronzeskulptur eines sowjetischen Soldaten mit gesenktem Schwert und Kind auf dem Arm.

Eingeschoben werden konnte ein Besuch des Sowjetischen Ehrenmals im Treptower Park. Hier befindet sich eine monumentale Gedenkanlage, die zugleich Friedhof für mehr als 5000 bei der Schlacht um Berlin 1945 gefallene Soldaten der Roten Armee ist. Eine elf Meter hohe Bronzeskulptur auf einem kuppelgewölbtem Mausoleum im Zentrum der Anlage zeigt einen sowjetischen Soldaten mit gesenktem Schwert und einem Kind auf dem Arm. Darauf läuft man zwischen zwei riesigen gesenkten Fahnenskulpturen aus Granit zu.

Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park – Blick zurück auf zwei riesige gesenkte Fahnenskulpturen aus Granit.

Mit dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide besuchten wir im Anschluss eine weitere einmalige Einrichtung. Es ist das einzige erhaltene Zwangsarbeiterlager – übrigens mitten in einem Berliner Wohnbezirk. Allein in Berlin gab es über 3000 Zwangsarbeiterlager, im Deutschen Reich über 30.000 mit rund 26 Millionen Männer, Frauen und Kinder im Verlauf des Krieges. Das Lager in Schöneweide bestand aus Steinbaracken, die nach dem Krieg weiter genutzt und daher überwiegend, wenn auch verändert, erhalten blieben. Eine Baracke, die wir während der Führung besuchten, ist noch in den originalen baulichen Ausmaßen erhalten. Wir froren an diesem Märztag als wir in einem der Räume standen und erfuhren, unter welchen erbärmlichen Bedingungen die Zwangsarbeiter leben und arbeiten mussten. Wir mochten uns kaum vorstellen, wie sich die Bewohner der Baracken hier im richtigen Winter, bei Schnee und Eis gefühlt haben mögen.

Ausschnitt einer Karte von NS-Zwangsarbeiterlager in Berlin – Ausstellung Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit

Thema der Ausstellung sind die zivilen Zwangsarbeiter, anfangs als freiwillige Arbeitskräfte geworben, später zwangsweise aus den besetzten Ländern hierher verschleppt. Auch hier zeigt die Ausstellung individuelle Biografien. Denen der aus (fast) ganz Europa verschleppten Männer, Frauen und Kinder werden die der deutschen Akteure (Helfer, Zuschauer, Profiteure, Täter) gegenübergestellt. Alltag und Unterbringung der Zwangsarbeiter waren durch den Rassismus der Nazis geprägt. Zwangsarbeiter aus dem Osten (Polen und damalige Sowjetunion) und dem Westen wurden klar voneinander getrennt. Im übrigen waren Zwangsarbeiter aus den westlichen Ländern meist männlich, aus den östlichen Ländern meist weiblich.

Mit der Adresse Tiergartenstraße 4 verbindet sich die Aktion „T4“, der Ermordung zehntausender Patienten aus Heil- und Pflegeanstalten im Rahmen der sogenannten „Euthanasie“. Die Planungs- und Verwaltungszentrale befand sich in der Villa Tiergartenstraße 4, die Morde wurden dezentral in sechs eigens eingerichteten Tötungsanstalten vorgenommen. Es war der erste systematische Massenmord, die hier gesammelten Erfahrungen setzten die Täter später in den Vernichtungslagern im besetzten Polen ein.

Freiluftausstellung Tiergartenstraße 4 zur ersten systematischen Mordaktion „T4“.

Die Villa steht heute nicht mehr, am historischen Ort befindet sich seit 1989 eine Gedenktafel und nach einem 2011 beschlossenen Architekturwettbewerb ein frei zugänglicher Gedenk- und Informationsort. Eine transparente, blaue und 24 Meter lange Glaswand erzeugt die Aufmerksamkeit für die begleitende Freiluftausstellung, die anders als die frühere Freiluftausstellung Topographie des Terrors kein Provisorium ist. Bemerkenswert an der Ausstellung finde ich, dass sie die Texte zusätzlich in leichter Sprache präsentiert und sich somit heute auch an diejenigen richtet, die damals von den Nazis ermordet worden wären.

Die Stadtrundfahrt führte uns durch die jahrzehntelang geteilte Stadt und zeichnete ein vielseitiges Bild Berlins. Unterbrochen wurde die Fahrt durch eine lebhafte und interessante Diskussion mit der Abgeordneten Ulla Jelpke im Paul-Löbe-Haus. Da sie Mitglied im Innenausschuss des Deutschen Bundestages ist, ging es natürlich um innenpolitische Themen. Amüsant war eine übereifrige Mitarbeiterin des Hauses, die nicht verstehen konnte, dass ein Teil unserer Gruppe ihre Jacken und Mäntel an einer unbewachten Garderobe hängen ließ. Wir nahmen jedoch zu Recht an, dass in diesem Haus nicht geklaut wird. 😉

Auf dem Dach des Reichstagsgebäudes – die gläserne Kuppel war leider geschlossen.

Einlasskontrollen wie im Paul-Löbe-Haus gab es auch im Reichstagsgebäude. Hier nahmen wir auf der Besuchertribüne an einem Vortrag teil, der einerseits ganz interessant war, sich aber andererseits deutlich an die ebenfalls anwesenden Schülergruppen richtete. Daran schloss sich eine Besichtung des Dachs des Reichstagsgebäudes an, die gläserne Kuppel war leider nicht geöffnet.

Zum Abschluss stand ein Informationsgespräch in der Bundeszentrale für politische Bildung auf dem Programm. Ich bin mir nicht sicher, ob der Referent schlecht vorbereitet war oder keine Lust auf unsere Gruppe hatte. Einleitend stellte er die Arbeit der Bundeszentrale dar, die den Spagat schaffen soll, in der Bemühung einer politischen Neutralität trotzdem politische Bildung zu betreiben. Das Hauptaugenmerk liegt in den Veröffentlichungen, die ein breites politisches Spektrum einschließt, Extremismus jedoch ausschließt.

In der Diskussion zeigte er leider sehr wenig Empathie gegenüber den Erfahrungen, die Dortmunder Demonstranten gegen Rechtsextremisten mit der Polizei gemacht hatten und wies – erkennbar überfordert mit den Beiträgen – überaus zynisch auf den Rechtsweg hin. Die Debatte biss sich zeitweilig an der Unterschiedlichkeit von Faschismus und Realsozialismus und einer Gemeinsamkeit als Diktatur fest. Augenscheinlich nahm er die emotionale Verbundenheit eines Teils der Gruppe mit den Errungenschaften der DDR nicht als emotionale Reaktion wahr, reagierte mit hölzernen Sachargumenten, behandelte uns wie ein Professor seine Studenten von oben herab und erteilte Denkverbote. Dies war sicherlich keine Sternstunde der Bundeszentrale für politische Bildung, die sich in ihrer Veröffentlichungsbreite durchaus besser darstellt.

Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche im Zentrum des ehemaligen West-Berlins am Ku’damm.

Insgesamt war es eine höchst informative Fahrt, die einige interessante Seiten von Berlin zeigte. Untergebracht waren wir im ehemaligen Zentrum West-Berlins in der Nähe des Ku’damms. Dort gab es die Gelegenheit, sich beispielsweise die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, deren Ruine nach dem Krieg als Mahnmal stehen blieb, anzusehen. Weiter gab es vielfältige Möglichkeiten, engagierte Menschen aus dem antifaschistischen Spektrum kennen zu lernen, wieder zu treffen und sich für die antifaschistische Arbeit vor Ort zu vernetzen.

Werbefläche in Berlin – handschriftlich aktualisiert …

„Auschwitz als Steinbruch“ als Steinbruch

auschwitz-als-steinbruch-von-thomas-willmsFür jemanden, der sich bislang mehr mit der pädagogischen Arbeit in Gedenkstätten an die Nazi-Verbrechen beschäftigt hat, bringt Thomas Willms in seiner Veröffentlichung „Auschwitz als Steinbruch“ eine interessante Sichtweise ein. In der Einleitung „Geschichtsbilder auf dem Markt“ weist er darauf hin, dass „das Geschichtsbild nicht vom Staat bestimmt, sondern auf dem Markt erhandelt“ wird. Die Waren und Dienstleistungen, die auf diesem „Nazi- und Weltkriegsmarkt“ umgesetzt werden, seien allerdings nicht ideologiefrei, sondern aufgeladen mit Versatzstücken, Anschauungen, Interpretationen und Anspielungen.

Das 135 Seiten starke Bändchen versammelt „ohne Anspruch auf Vollständigkeit“ Texte zu verschiedenen Aspekten einer Entwicklung, in der „nachempfundene, nachgespielte, erfundene, interpretierte und entkontextualisierte Texte, Bücher, Bilder und Filmclips in Konkurrenz zu wissenschaftlichen, pädagogischen und politischen Darstellungen treten.“ Dies tut der Autor, nach einer Überblicksdarstellung zur Erinnerungskultur, mit länderspezifischen Schwerpunkten. Es folgen Kapitel, die ein breites Themenfeld mit vielen interessanten Einzelaspekten aus Italien, Deutschland, Frankreich, Polen, Großbritannien und den USA umfassen. Sie reichen von der Entstehung der faschistischen Bewegung im Ersten Weltkrieg in Italien bis zur US-amerikanischen „Terminator“-Filmreihe.

Doch so lesenswert jeder einzelne der Beiträge (auch unabhängig von den anderen Beiträgen) ist, lässt Thomas Willms den geneigten Leser am Ende ratlos mit einem Steinbruch an Artikeln zurück. Obwohl er einleitend schreibt, dass die Texte des Bandes den Leserinnen und Lesern pessimistisch vorkommen könnten, aber nicht so gemeint seien, bleibt genau dieser Eindruck am Ende übrig. Nachdem ich das Buch von vorne bis hinten gelesen habe, fehlt mir am Ende des Bandes ein Kapitel, das zusammenfasst und ermutigend in die Zukunft weist. Bestimmt lässt sich dieses Manko in einer 2. Auflage mit Beispielen aus kulturellen und medialen Aktivitäten der VVN-BdA beheben.

Willms, Thomas: Auschwitz als Steinbruch. Was von den NS-Verbrechen bleibt, Köln : PapyRossa Verlag 2016 (Neue Kleine Bibliothek 236)

Eindrücke von einer Gedenkveranstaltung und einer Sozialkonferenz in Gelsenkirchen

Wer wie ich in dieser Woche an zwei sehr unterschiedlichen Veranstaltungen in Gelsenkirchen teilgenommen hat, kann sehr gut erkennen, wie geteilt öffentliche Wahrnehmung und öffentliche Aufmerksamkeit in meiner Heimatstadt (und nicht nur hier) sind. In beiden Veranstaltungen war übrigens die zunehmende Rechtsentwicklung einer enthemmten bürgerlichen Mitte (wenn auch anders bezeichnet) im Hintergrund präsent.

Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen: Freiheit leben - Furcht besiegen - Frieden wahren

Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen: Freiheit leben – Furcht besiegen – Frieden wahren

Am 9. November 2016 fand zum wiederholten Mal eine Veranstaltung der „Demokratischen Initiative“ zum Gedenken an die Ereignisse der Reichspogromnacht 1938 statt. Nach dem Skandal um die Kundgebung am Nazi-Schwert im vergangenen Jahr haben die Veranstalter in diesem Jahr eine wesentlich bessere äußere Form gewählt. Von der Neuen Synagoge zog nach einer Rede des Oberbürgermeisters und zwei jüdischen Gebeten zur Erinnerung an die ermordeten Juden der Schweigezug durch die Innenstadt zum Musiktheater im Revier. Im Kleinen Haus folgte nach einem musikalischen Beitrag die Rede des Generalintendanten Michael Schulz. Es war eine kluge Rede, deren zentralen Punkte an anderer Stelle nachgelesen werden können. Vom mündlichen Vortrag blieben mir zwei Punkte in Erinnerung: Erstens ermutigte Schulz die Zuhörer, sich von PEGIDA & Co. nicht überrumpeln zu lassen, sondern an wichtigen demokratischen Errungenschaften festzuhalten und diese zu verteidigen. Zweitens das völlige Fehlen von Kritik daran, wie die neoliberale Politik der vergangenen Jahrzehnte die Entstehung von AfD und PEGIDA begünstigt hat.

Hier fände ich es wünschenswert, wenn die Veranstaltung sich wieder an ihre Ursprünge erinnert: 1964 wurde erstmalig in Gelsenkirchen an diesem Jahrestag an die Verbrechen Nazi-Deutschlands erinnert. Damals wurde die Veranstaltung von der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken durchgeführt. Auch wenn es sich um eine SPD-nahe Kinder- und Jugendorganisation handelt, so scheinen mir die Falken doch sehr viel kritischer gegenüber der herrschenden Politik zu sein, als es die Erwachsenen der etablierten Stadtgesellschaft sind. Stattdessen wurde die Jugend zur Staffage degradiert, die brav das Transparent auf der Bühne des Kleinen Hauses halten durfte, während der Generalintendant seine Rede hielt. Aus der Geschichte lernen? So bitte nicht!

Sozialkonferenz für Gelsenkirchen am 12.11.2016 in der Gesamt schule Ückendorf

Sozialkonferenz für Gelsenkirchen am 12.11.2016 in der Gesamtschule Ückendorf

Am 12. November 2016 fand die erste Sozialkonferenz für Gelsenkirchen in der Gesamtschule Ückendorf statt. „Zeit für Veränderung“ benannte die Partei DIE LINKE ihre Veranstaltung. Themen waren Armut, soziale Ausgrenzung und kommunale Spielräume. Nach Vorträgen von Christian Woltering (Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband) und Prof. Dr. Ute Fischer (FH Dortmund) folgte eine viel zu knapp bemessene Arbeitsgruppenphase. Im Anschluss an die Präsentation der Arbeitsgruppenergebnisse folgte ein Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Christoph Butterwegge, Dr. Werner Rügemer, dem Sozialdezernenten der Stadt Gelsenkirchen Luidger Wolterhoff, dem Gelsenkirchener IG Metall-Vorsitzenden Robert Sadowsky und der stellvertretenden NRW-Landesprecherin der Linke Ingrid Remmers. Die Moderation übernahm Hartmut Hering, Sprecher der Gelsenkirchener Linke.

Die beiden Vorträge von Woltering und Fischer brachten sehr informativ und kompakt das Problem von Armut und sozialer Ausgrenzung auf den Punkt. Armut und die Spaltung zwischen arm und reich nehmen immer weiter zu. Zugleich nimmt die Segregation innerhalb der Stadt zu. Das Podiumsgespräch nahm die Themen der Sozialkonferenz auf und beleuchtete sie von verschiedenen Seiten.

Sozialkonferenz für Gelsenkirchen am 12.11.2016 in der Gesamtschule Ückendorf

Sozialkonferenz für Gelsenkirchen am 12.11.2016 in der Gesamtschule Ückendorf

Ein „offizielles“ Resümee der Veranstaltung kann ich nicht bieten. Zu erkennen ist jedoch, dass Armut nur abgebaut werden kann, wenn die wachsende Ungleichverteilung der Einkommen gestoppt wird und die wirklich Reichen an der Finanzierung des Staates angemessen beteiligt werden. Doch ist es augenscheinlich schwer, für diese Politik eine Mehrheit zu finden, solange die Mehrheit befürchtet, selbst zur Kasse gebeten zu werden. Die bürgerliche Mehrheit propagiert stattdessen wie am 9. November die Verteidigung der demokratischen Errungenschaften – und vergisst die Verteidigung sozialer Errungenschaften. Doch beides ist notwendig, wenn wir in Deutschland demokratische Verhältnisse behalten wollen.

Supplement
EInen Bericht über die Sozialkonferenz brachte die örtliche WAZ in ihrer Druck- und Online-Ausgabe. Über den Zusammenhang von prekärer Beschäftigung und Altersarmut wurde auch auf einer Podiumsdiskussion der IG BAU am Sonntag diskutiert. Auch hierüber berichtete die WAZ Gelsenkirchen.

Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht 2016

Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen: Freiheit leben - Furcht besiegen - Frieden wahren

Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen: Freiheit leben – Furcht besiegen – Frieden wahren

Auch in diesem Jahr ruft die „Demokratische Initiative gegen Diskriminierung und Gewalt, für Menschenrechte und Demokratie – Gelsenkirchen“ (DI) für den 9. November zum Gedenken an die Nazi-Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung in der sogenannten „Reichskristallnacht“ des Jahres 1938 auf.

Die DI organisiert seit einigen Jahren die ursprünglich 1964 von der Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken initiierte Gedenkveranstaltung in Gelsenkirchen und wählt Jahr für Jahr unterschiedliche Veranstaltungsorte aus. In der DI haben sich unter der Schirmherrschaft des jeweiligen Oberbürgermeisters seit 1992 insgesamt 23 Organisationen, „Parteien, Kirchen, karitative Einrichtungen, Gewerkschaften und weitere Gruppen zusammengeschlossen, um für ein demokratisches Miteinander in unserer Stadt einzutreten“.

In diesem Jahr beginnt die Gedenkveranstaltung um 18.30 Uhr an der Neuen Synagoge (Ecke Gildenstraße/Georgstraße). Nach einer Rede des Oberbürgermeisters Frank Baranowski sowie Gebeten zum Gedenken an die ermordeten Juden wird der Schweigezug zum Musiktheater im Revier ziehen. Im Kleinen Haus wird der Generalintendant des Musiktheaters, Michael Schulz, sprechen. Nach einem musikalischen Beitrag von Almuth Herbst wird die Gedenkveranstaltung mit dem gemeinsamen Singen des Moorsoldatenliedes enden.

Die Veranstalter weisen in ihrer Ankündigung darauf hin, dass das Musiktheater im Revier „in der Vergangenheit immer wieder öffentlichkeitswirksam die Werte eines demokratischen und friedlichen Zusammenlebens herausgestellt“ hat. Derzeit präsentiert es an seiner Fassade den plakativen Aufruf „Freiheit leben – Furcht besiegen – Frieden wahren“, der sich offenkundig auf PEGIDA & Co bezieht und sich gegen die aktuelle Rechtsentwicklung, Rassismus und völkisches Denken richtet.

Stolperstein zum Gedenken an Rosalia Elise Galliner

Stolpersteine für das Ehepaar Dr. Siegfried Galliner und Rosalia Elise Galliner, geborene Stern, in der Munckelstraße 5 in Gelsenkirchen, auf der Straßenseite gegenüber dem Hans-Sachs-Haus.

Stolpersteine für das Ehepaar Dr. Siegfried Galliner und Rosalia Elise Galliner, geborene Stern, in der Munckelstraße 5 in Gelsenkirchen, auf der Straßenseite gegenüber dem Hans-Sachs-Haus.

Wortbeitrag von Knut Maßmann anlässlich der Stolpersteinverlegung.

Rosalia Elise Stern, genannt Rose, wurde am 29. Juli 1884 in Königshütte in Oberschlesien geboren. Sie heiratete den Rabbiner Dr. Siegfried Galliner am 28. Dezember 1914 in Königshütte. Das kinderlos gebliebene Ehepaar lebte in Gelsenkirchen.

Die Ausgrenzung und Verfolgung der Juden dürfte Rosalia Elise Galliner am eigenen Leib miterlebt haben. Zur Ausgrenzungspolitik der Nazis gehörte auch die Verschlechterung der medizinischen Versorgung der jüdischen Bevölkerung. Seit 1938 durften überhaupt nur noch wenige jüdische Ärzte ausschließlich jüdische Patienten behandeln. Jüdische Patienten wurden in kein nichtjüdisches Krankenhaus aufgenommen. Viele Apotheken gaben keine Medikamente an jüdische Kranke ab.

Die an Krebs erkrankte Rosalia Elise Galliner wurde daher nicht in Gelsenkirchen, sondern im Jüdischen Krankenhaus in Köln-Ehrenfeld, Ottostraße 85 aufgenommen. Dort starb sie am späten Abend des 20. Dezember 1938 an den Folgen ihrer Erkrankung.

Die schlechte medizinische Versorgung im Zuge der nazistischen Rassenpolitik hat sicherlich zu diesem frühen Tod beigetragen.

Rosalia Elise Galliner wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Köln-Bocklemünd beigesetzt. Auf dem Grabstein heißt es unter anderem in hebräisch: „… sie suchte ihr Leben lang mit ganzem Herzen für ihren Ehemann das Gute; in angenehmer Weise überwachte sie ihren Haushalt; erwies Gutes und Liebe ihr Leben lang; sittsam in jeder Hinsicht; ehrlich und bescheiden in allen ihren Handlungen; reines Herzens, gestorben in ihrem besten Alter … Möge ihre Seele gebündelt sein im Bündel des ewigen Lebens.“