Archiv für den Monat Juni 2011

Zum Gedenken an die Opfer der Nazi-Barbarei

Aus Anlass des 70. Jahrestages des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion veranstaltete Gelsenzentrum heute ab 18 Uhr eine Gedenkveranstaltung. Sie fand nach einem regnerischen Tag bei freundlichem Sonnenschein auf dem Horster Friedhof statt, am Gedenkstein für die 844 hier bestatteten Sowjetbürger, die fern der Heimat und der eigenen Familie starben. Neben Andreas Jordan, der für das Gelsenzentrum sprach, las Herr Wolfgang Held als Vertreter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. aus dem Brief einer überlebenden Zwangsarbeiterin vor, die ihre Zeit in Deutschland schilderte.

Heute vor 70 Jahren, in den Morgenstunden des 22. Juni 1941, begann der Überfall Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion. Der Krieg war ein Vernichtungskrieg gegen die Völker der Sowjetunion, ein Raubkrieg um Rohstoffe und Nahrungsmittel und ein ideologischer Krieg gegen ein gegensätzliches Gesellschaftssystem. Er wurde von deutscher Seite mit den unmenschlichsten Mitteln geführt, die im 20 Jahrhundert möglich waren. In seinem Schatten fand der Völkermord an den Juden Europas statt.

Während deutsche Soldaten im Osten kämpften, wurden sowjetische Zivilisten zur Zwangsarbeit nach Deutschland gebracht, um hier die ausgefallenen Arbeiter zu ersetzen und zu schuften. In der Hierarchie der Nazi-Weltanschauung standen die slawischen Völker weit unten und wurden dementsprechend behandelt.

In Gelsenkirchen befinden sich auf dem Horster Friedhof, dem Ostfriedhof in Hüllen, dem Westfriedhof in Heßler und dem Hauptfriedhof in Buer Massengräber von sowjetischen Zwangsarbeitern. Auf allen diesen Friedhöfen erinnern Namenstafeln und quaderförmige Gedenksteine mit russischen Inschriften an diejenigen, die hier ums Leben kamen. Wer dort vorbeigeht, kann sich auch an jedem anderen Tag an die Vergangenheit erinnern.

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

Die Diplomaten kamen dann doch noch …

Die diplomatischen Vertreter der Republik Belorus Pavel Evseenko und Anzhela Volodina und die Vertreter der ukrainischen Botschaft, Vitaliy Gopanchuk und Vitaliy Remelie erreichten den Gedenkort erst nach Abschluss der Veranstaltung. Aufgrund der gestauten Autobahn kamen sie erst gegen 20 Uhr zum Horster Friedhof. Im Bild oben im Gespräch mit Wolfgang Held (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge) und Andreas Jordan (Gelsenzentrum). Gemeinsam wurde ein weiterer Kranz und Blumen niedergelegt. Die diplomatischen Vertreter zeigten sich sichtlich berührt.

1.u.2. Foto v. oben Knut Maßmann, 3.u.4. Foto v. oben Heike Jordan.

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