Archiv für den Monat April 2011

Ostermarsch im Gelsenkirchener Stadtgarten

Zum 51. Mal findet der diesjährige Ostermarsch statt. Wie auch schon in den vergangenen Jahren wurde am Ostersonntag gegen 11 Uhr der aus Essen kommende Fahrradkorso im Stadtgarten am Musikpavillon begrüßt und mit Kaffee, Kuchen und Informationen versorgt. Das Wetter, das bereits das „O-Ton-Festival“ am Vorabend zu einer wundervollen Veranstaltung hatte werden lassen, ließ auch den Ostermarsch Rhein-Ruhr nicht im Stich.

Mit den Forderungen „Raus aus Afghanistan! Atomwaffen abschaffen! AKWs abschalten!“ verband der diesjährige Ostermarsch die Kritik an der Militarisierung der Gesellschaft mit der Nutzung der Atomenergie in jeder Form, sei es zur Stromerzeugung oder als Kriegswaffe.

Am 1950 von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) gestifteten Mahnmal für die Opfer des Faschismus wurde zudem am Zusammenhang von Faschismus und Krieg erinnert.

Michael Schulze von Glaßer, Journalist und Autor des Buches „An der Heimatfront – Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung“ stellte wie auch schon am Abend vorher in seinem Vortrag dar, mit welchen Mitteln die Bundeswehr in den Schulen Werbung für sich macht. Er wies dabei unter anderem darauf hin, dass auch die nicht mehr ganz so neue rotgrüne NRW-Landesregierung nicht dazu bereit ist, die Kooperationsvereinbarung der früheren CDU-Schulministerin mit der Bundeswehr aufzukündigen. Ein entsprechender Antrag der Linke im Landtag ist abgelehnt worden.

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Politischer Sommersound im April

Seit nunmehr fünf Jahren findet im Stadtgarten Gelsenkirchen am Ostersamstag das „O-Ton-Festival“, früher „Seid laut gegen Krieg“ statt, ein politisches Musikfestival gegen Krieg und Faschismus im Umfeld des jährlichen Ostermarsches.

Nachdem mir die Veranstaltung aus dem vergangenen Jahr als kalt und laut in Erinnerung geblieben war, erfreuten uns dieses Mal die Sonne und sommerliche Temperaturen. Der Aufbau der Zelte und Pavillons ging dank zahlreicher Helfer gut vonstatten, selbst ein fehlender Bauplan hielt niemanden davon ab, einen Aufbau zu probieren, der erstaunlicherweise hielt, auch wenn die Deckplane etwa einen halben Meter zu kurz war. Irgendwelche Stangen waren wohl doch falsch zusammengesteckt worden.

Wie der Veranstalter mitteilte, wollte die Polizei in diesem Jahr den politischen Charakter des Festivals nicht anerkennen, so dass es sich aus ihrer Sicht nur um ein Musikfestival handelte. Doch ließen die Veranstalter es sich nicht nehmen, mehrfach auf den politischen Hintergrund des Festivals hinzuweisen. Insgesamt wirkte das O-Ton-Festival – nicht zuletzt wegen des sommerlichen Wetters – , wie ein „politischer Sommersound“, nur eben im April statt im Sommer!

Zum Musikprogramm gehörte unter anderem „First Class Rock“, eine Schülerband der Gesamtschule Ückendorf, die zahlreiche Oldies richtig gut nachspielte. Zwischen den Bands trat der „Faulenza“ zweimal auf, der Cochise-mäßige Musik machte, eine autonome Maus besang und aus dem Einheitsfrontlied mal eben das Einheitsfaulenzerlied machte. Richtig richtig toll fand ich die zweite Band aus Bielefeld, „Kapelle Vorwärts“, die alte Arbeiterlieder laut, modern und richtig gut neu interpretierte. Ich weiß zwar nicht, ob das jetzt Punk, Ska oder einfach nur Rockmusik war, aber es hat mir gut gefallen. Mehr davon, bitte! Gut, wenn auch weniger laut, waren „Luc Labertage“ und „Funky Fish and the Skangaroos“, aus zeitlichen Gründen nicht mehr hören konnte ich „Crash Casino“. Werden wahrscheinlich auch toll gewesen sein.

Neben der Musik gab es noch reichlich zu essen (auch vegan) und zu trinken, sowie diverse Infostände. So waren nicht nur die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken, ohne deren Unterstützung das Festival gar nicht hätte stattfinden können, sondern unter anderem das Friedensforum, der Eine-Welt-Laden Rotthausen, der RSB, die VVN, eine Anti-AKW-Initiative aus Oberhausen, die Schokofront und die DFG/VK vertreten.

Fotos gibt es dieses Mal ausnahmsweise nicht, da ich beschlossen hatte, den rasenden Reporter zu Hause zu lassen und das Musikfestival einfach nur zu genießen. Tut mir Leid, Leute 😉

O-Ton-Festival und Ostermarsch 2011

In diesem Jahr findet im Stadtgarten Gelsenkirchen wieder am Ostersamstag das „O-Ton-Festival“ und am Ostersonntag die Begrüßung des Ostermarsches Rhein Ruhr statt.

Am Samstag, dem 23. April findet zwischen 16 und 22 Uhr das „O-Ton-Festival gegen Krieg und Faschismus“ statt. Das früher „Seid laut gegen Krieg“ bezeichnete Festival präsentiert diesmal die mir absolut unbekannten Gruppen First Class Rock (16 Uhr), Luclabertage (17 Uhr), Funky Fish and the Skangaroos (18 Uhr), Kapelle Vorwärts (19 Uhr), Crash Casino (20 Uhr) und zwischendurch den FaulenzA. Mal hören …

„Raus aus Afghanistan! Atomwaffen abschaffen! AKWs abschalten!“ – unter diesen Slogans veröffentlicht das Friedensforum Gelsenkirchen auf seiner Homepage den Aufruf zum diesjährigen Ostermarsch. Am Sonntag, dem 24. April ist der Pavillion wieder ab 10.30 Uhr Treffpunkt für alle Friedensbewegten, die um 11 Uhr den Ostermarsch Rhein Ruhr mit Kaffee, Kuchen und Information begrüßen wollen.

Zur Kranzniederlegung am von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) 1950 gestifteten Mahnmal für die Opfer des Faschismus spricht dieses Mal Michael Schulze von Glaßer. Der Journalist und Autor des Buches „An der Heimatfront – Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung“ wird die Forderung „Bundeswehr raus aus den Schulen!“ argumentativ unterstützen.

Der Aufruf zum Ostermarsch Rhein Ruhr 2011 und weitere Informationen sind hier zu finden.

RWE abschalten

Über 5000 Menschen fanden sich heute in der Essener Innenstadt zusammen, um für den Atomausstieg und gegen die Atompolitik von RWE zu demonstrieren.

06Bereits vor 13 Uhr, dem offiziellen Beginn der Kundgebung, fanden sich viele Menschen aus unterschiedlichen politischen Richtungen auf dem Willy-Brandt-Platz gegenüber dem Essener Hauptbahnhof ein. Nicht nur unsere Energie und Wärme spendende Sonne strahlte bei 25 Grad, sondern auch viele Anti-Atom-Sonnen waren auf vielen Fahnen und Aufklebern zu erkennen. Neben roten Farbtupfern einiger weniger Linker aus der Die Linke, der DKP und der MLPD überwog im Fahnenmeer die Farbe grün, mit der viele “Atomkraft – Nein Danke!” Atomsonnen unterlegt waren. Bunt war die Teilnehmerstruktur, Kinder mit ihren Eltern, Jugendliche, Erwachsene und Rentner, alle demonstrierten im Rahmen ihrer Möglichkeiten und vor allem laut mit.

11Während der etwa einstündigen Kundgebung mit insgesamt vier Rednern zum Thema (Björn Ahaus, Greenpeace Ruhrgebiet, Heffa Schücking, Urgewald e.V., Dr. Ingo Bonde, IPPNW und Heiner Möllers, Bürgerinitiative Kein Atommüll in Ahaus), die sich mit dem kulturellen Programm (Frank Baier und Klaus der Geiger) abwechselten, wurde immer wieder lautstark aus dem Publikum “Abschalten” skandiert. Die Energiepolitik des RWE-Konzerns stand im Mittelpunkt mehrerer Beiträge. Eine Energiepolitik, in der Kohle- und Atomstrom dominieren und die erneuerbaren Energien ein Schattendasein fristen, obwohl sie im bundesweiten Strommix inzwischen 17 % ausmachen. Fast hätte man meinen können, die Linke-Forderung aus der NRW-Landtagswahl 2009 “E.ON, RWE entmachten!” würde aufgegriffen werden. Doch tatsächlich ging es nur um grüne Befindlichkeiten, nicht um Kapitalismuskritik.

23Der Willy-Brandt-Platz fasst nach Polizeiangaben 3000 Menschen und war zu Beginn der Kundgebung bereits randvoll. Anschließend bewegte sich der Demonstrationszug durch die Essener Innenstadt über den Kennedyplatz, zurück durch den Hauptbahnhof und zum RWE-Turm, wo die mittlerweile auf über 5000 Menschen angewachsene Menschenmenge den Turm umzingelte und 10 Minuten lang einen unglaublichen Lärm erzeugte.

41Die Demonstration endete wie sie begonnen hatte: im strahlenden Sonnenschein unserer natürlichen Sonne. Die Energiewende ist möglich: Abschalten – sofort – weltweit!

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