Schlagwort-Archive: Bündnis gegen Rechts

Von „Laut gegen Krieg“ bis „Laut gegen Rechts“

Das politische Musikfestival Gelsenkirchens gegen Krieg und Faschismus im Wandel der Zeit.

Die Bedeutung von Musik für die politische Mobilisierung wird wohl niemand in Abrede stellen. Musik dient dabei als Anziehungspunkt für Unentschlossene und zugleich auch als Ausdrucksform für Inhalte. In Gelsenkirchen hat sich seit 2007 ein politisches Musikfestival entwickelt, dass manche Häutungen durchlaufen hat.

Bis 2012 gab es sozusagen im „Doppelpack“ im Stadtgarten Gelsenkirchen die Begrüßung des Ostermarsches am Ostersonntag und ein Musikfestival am Abend davor. Es handelte sich um ein politisches Musikfestival, gegen Krieg und Faschismus, das von wechselnden Veranstaltern organisiert wurde. Anfangs durch das Friedensforum Gelsenkirchen und das Bündnis gegen Rechts initiiert, wurde es später von SJD-Die Falken getragen. 2007 und 2008 trug es den Titel „Seid LAUT gegen Krieg“, ab 2009 hieß es „O-Ton-Festival“.

Das politische Musikfestival Gelsenkirchens gegen Krieg und Faschismus im Wandel der Zeit.

2013 und 2014 wurde es nach Gelsenkirchen-Buer in das Paul-Loebe-Haus der Falken verlegt. 2015 kehrte es nach Gelsenkirchen zurück und wird in 2017 zum dritten Mal in Folge als „Laut gegen Rechts“-Festival auf dem Neumarkt in der Gelsenkirchener Innenstadt stattfinden. Verändert hat sich mit dem geänderten Titel allerdings auch der zeitliche und inhaltliche Bezug. Es findet nun nicht mehr am Vorabend des Empfangs des Ostermarsches, sondern am Vorabend der 1. Mai-Kundgebung des DGB statt. Früher nannte man letzteres übrigens „Tanz in den Mai“.

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Keine Chance für Pro NRW-Demotouristen

Demo gegen Pro NRWWieder einmal zeigte es sich, dass die rechtspopulistische aus Köln stammende Gruppierung „Pro NRW“ keine Massen, sondern nur großen Widerstand mobilisiert. Und an diesem schneereichen Dienstag war sogar das Wetter gegen sie!

In Duisburg stellten sich laut WAZ-Angaben 300 Demonstranten des „Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage“ im Schneetreiben den 15 Pro-NRWlern entgegen. Die „Pro NRW-Tournee“ demonstriert eigentlich gegen sogenannten „Asylmissbrauch“, doch hier in Duisburg-Bergheim demonstrierten sie vor einem Haus, in dem rumänische und bulgarische EU-Bürger wohnen, keine Asylbewerber. Deutlicher konnten die Rechtspopulisten sich nicht selbst entlarven. Ihr Thema ist nicht „Asylmissbrauch“, sondern Fremdenfeindlichkeit!

In Gelsenkirchen hatte ein „Bündnis gegen Rechts Gelsenkirchen“ zu einer Gegendemonstration auf der Beckeradsdelle aufgerufen, während die Falken parallel dazu auf dem Innenhof der Unterkunft ein Kinder- und Jugendfest veranstalteten. Beide waren auf ihre Weise erfolgreich. Bärbel Beuermann berichtete auf Facebook: „Unsere Demo verlief ruhig und besonnen; mit mehreren Wortbeiträgen wurde auf die Situation der Asylsuchenden eingegangen. Ebenso wurde die Aktion von Pro NRW auf das Schärfste verurteilt. Mehrere Menschen aus dem Asylheim meldeten sich nach einigem Zögern zu Wort und schilderten ihre Erlebnisse.“

Foto: Handy-Schnappschuss von Bärbel Beuermann in Gelsenkirchen

Nein zu Pro NRW

27.03.2010 Schloss HorstDas neue „Bündnis gegen Rechts Gelsenkirchen“ ruft mit folgendem Aufruf zur Kundgebung gegen Pro NRW auf.

Früher: Roma durch Nazis ermordet!

Heute: diskriminiert und in Elend und Armut getrieben!

Kein Platz für Geschichtswiederholung!

Nein zu Pro NRW!

Dienstag 12. März 2013 ab 13.30 Uhr

Gelsenkirchen-Buer,

Horster Straße Ecke Beckeradsdelle

Zur Strategie der fremdenfeindlichen Partei „Pro NRW“ gehört das gezielte Schüren ras­sistischer Ängste. „Pro NRW“ will im März rassistische Aktionen vor Flüchtlingsunterkünften durchführen. Wir setzen dieser Hasskampagne die Forde­rung nach Besonnenheit und Solidarität ent­gegen. Wir wollen eine Gesellschaft, in der jeder frei von Diskriminierungen leben kann und Asylsuchende und Flüchtlinge ein Recht auf Schutz haben.

Was heißt hier „Asylmissbrauch“?

Es ist kein Geheimnis, dass viele Menschen fliehen, weil sie in ihrer Heimat in bitterster Armut leben. Insbesondere Angehörige an­gefeindeter Bevölkerungsgruppen wie Roma und Sinti werden systematisch diskriminiert. Nach EU-Recht ist das eine Form politischer Verfolgung. Deswegen erhalten viele von ih­nen ebenso wie Bürgerkriegsflüchtlinge eine Duldung. Das zeigt, dass sie eben keinen „Asylmissbrauch“ begehen, sondern ernst zu nehmende Fluchtgründe haben.

Biedermänner als geistige Brandstifter

Dass „ProNRW“ ausgerechnet vor Flücht­lingsunterkünften demonstrieren will, zeugt von der Menschenverachtung dieser ras­sistischen Truppe. Sie suchen sich den schwächsten Gegner – Menschen, die aus schierer Not ihr Heimatland verlassen muss­ten und die Sprache jener, die gegen sie het­zen, kaum verstehen. „ProNRW“ weiß genau, dass Provokation keinen einzigen Flucht­grund aus der Welt schafft. Kein Mensch flieht ohne Notwendigkeit, und die Armut in vielen Ländern der Welt ist geradezu die Grundlage für den relativen Reichtum hierzu­lande. Aber das einzige, was „Pro NRW“ will, ist ein rassistisches Feindbild verbreiten.

Zeigen Sie mit uns Flagge:

Gegen Diskriminierung und Rassismus

Für Demokratie und Menschenwürde

Verbot aller faschistischen Organisationen und ihrer Propaganda!

Pro NRW mal nicht im Schloß Horst

27.03.2010 Schloss HorstDie Rechtspopulisten der selbsternannten „Bürgerbewegung“ Pro NRW touren mal wieder durch NRW und versuchen auf ihre ewig gestrigen Positionen aufmerksam zu machen. Dieses Mal nennen sie ihre Rundreise „Volksinitiative gegen Asylmissbrauch“. In Gelsenkirchen versammeln sie sich dieses Mal nicht zu einem „Anti-Minarett-Parteitag“ im Schloss Horst, sondern wollen vor einem Übergangsheim in Buer gegen „Asylmissbrauch“ demonstrieren.

Wie die WAZ beispielhaft berichtet, hat sich in der Nachbarstadt Essen bereits im Vorfeld ein breites Bündnis „Essen stellt sich quer“ gebildet, das zu einer Gegendemonstration am 9. März 2013 ab 13 Uhr in Essen-Haarzopf aufruft.

Am Dienstag, 12. März 2013 wollen die Rechtspopulisten zuerst in Duisburg-Rheinhausen im Ortsteil Bergheim vor dem dortigen „Problemhaus“ In den Peschen 3-5 um 11 Uhr demonstrieren, um anschließend um 14 Uhr an der Beckeradsdelle 9 in Gelsenkirchen-Buer aufzutreten.

SJD – Die Falken haben in Gelsenkirchen schnell reagiert und im Innenhof des Übergangsheims ein Kinderfest geplant. Vertreter von Gelsenzentrum, der Die Linke, der DKP und der MLPD in Gelsenkirchen haben dagegen eine kleine Neuauflage eines „Bündnisses gegen Rechts Gelsenkirchen“ gegründet und rufen zu einer Demonstration auf. Dieses neue, kleine Bündnis ist allerdings nicht zu verwechseln mit dem alten „Bündnis gegen Rechts“, eines Personenbündnisses getragen von Menschen aus den Jusos, der SPD, den Grünen, der Grünen Jugend, der Linken bzw. der Linken Alternative, der DKP, der VVN-BdA, Gelsenzentrum, der Schokofront, der SJD – Die Falken , der Schalker Fan-Ini und der Antifa sowie Gewerkschaftern.

Und: wenn man auf die „Aktionen“ von Pro NRW im Jahre 2010 zurückblickt, lässt sich feststellen, dass die selbsternannte „Bürgerbewegung“ nur wenig Menschen zu ihren Aktionen mobilisieren konnte und die Gegendemonstranten wesentlich zahlreicher waren, als die Ewiggestrigen!

Pro NRW unter Polizeischutz

Mit einem völlig überdimensionierten Polizeiaufgebot schützte die Polizei den sog. „Anti-Minarett-Parteitag“ der rechtsextremen ProNRW am heutigen Samstag im Schloss Horst.

Die Versuche junger Antifaschisten aus verschiedenen demokratischen Parteien und Organisationen, die dem Aufruf des „Bündnis gegen Rechts“ gefolgt waren, durch eine gewaltfreie Blockade den Einzug der Rechten ins Schloss zu verhindern, waren leider zum Scheitern verurteilt.

Nachdem ein letzter Versuch scheiterte, stehen sie hier (im Bild oben) Auge in Auge mit der Staatsgewalt, die alle Zugänge zum Schloss vor den jungen Demonstranten schützte. Derweil fand auf dem Josef-Büscher-Platz gegenüber vom Schloss eine große Demonstration statt, zu der Gelsenzentrum, AUF und die Linke Alternative Gelsenkirchen aufgerufen hatten.

Die VVN, die Grünen und die Linke hatten an weiteren Plätzen rund um das Schloss Kundgebungen durchgeführt. Zu Irritationen im „Bündnis gegen Rechts“ war es gekommen, weil sich Andreas und Heike Jordan für das Gelsenzentrum im Gelsenblog kurzfristig und in sehr merkwürdig gewählten Formulierungen gegen die gewaltfreien Blockaden gewandt hatten, zu denen das „Bündnis gegen Rechts“ schon länger aufrief. Beim „Bündnis gegen Rechts“ handelt es sich um ein Personenbündnis. Menschen aus den Jusos, der SPD, den Grünen, der Grünen Jugend, der Linken, der Linken Alternative, der DKP, der VVN-BdA, Gelsenzentrum, der Schokofront, der SJD – Die Falken , der Schalker Fan-Ini, der Antifa und den Gewerkschaften arbeiten dort aktiv gegen Rechts. Mitglieder von AUF gehören nicht zum Bündnis, AUF hat sich aber auf ihre bekannte Art und Weise heute ebenfalls gegen die Rechtsextremen engagiert.

Der Untergang des Abendlandes

Keine Nazi-Konferenz in GelsenkirchenWenn man den Ergüssen von ProNRW glauben will, steht er unmittelbar bevor, der Untergang des Abendlandes. Da wird mit einer Kopie des Anti-Minarett-Plakates aus der Schweiz versucht Stimmung zu machen, wird gegen Minarette und sog. „Großmoscheen“ gewettert und eine sog. „schleichende Islamisierung“ beklagt. An diesem Samstag veranstalten sie im Schloss Horst ihren „Anti-Minarett-Parteitag“ und am heutigen Freitag hatten sie vor sechs Moscheen im Ruhrgebiet zu „Mahnwachen“ aufgerufen.

Doch Massen vermag die rechtsextreme ProNRW – Gott sei dank – nicht zu mobilisieren. So schreibt die WAZ heute in der Online-Ausgabe: „Die Anhänger von Pro NRW sind den Gegendemonstranten zahlenmäßig deutlich unterlegen.“ In Oberhausen standen den 37 ProNRW-Leuten etwa 400 Gegendemonstranten gegenüber. In Gelsenkirchen waren es  etwa 100 Gegendemonstranten, abgesehen von einer weiteren Demonstration von Gelsenzentrum und AUF vor der Moschee an der Fischerstraße. In Mülheim versammelten sich einige Hundert Gegendemonstranten gegen 32 ProNRW-Demonstranten. In Essen-Katernberg waren es rund 500 Gegendemonstranten. In Herten versammelten sich 60 ProNRW-Leute und standen geschätzten 50 linken Aktivisten gegenüber.

Ähnliches darf für den morgigen Samstag um Schloss Horst erwartet werden. Das „Bündnis gegen Rechts“ ruft ab 7.30 Uhr zu einer friedlichen Blockade auf, weitere Gegenveranstaltungen haben AUF, Die Linke, Linke Alternative Gelsenkirchen, VVN und Gelsenzentrum  angekündigt.

„Deutsche Polizisten schützen die Faschisten“

Nazis die Zähne zeigen - Schokofront… wird häufig auf Demonstrationen skandiert, während die einfachen Polizeibeamten damit beschäftigt sind, rechte Demonstranten und Gegendemonstranten voneinander fernzuhalten. Eine neue Qualität hat das Vorgehen des Staatsschutzes, der derzeit die Aufrufe der Bürgerbündnisse „Marxloh stellt sich quer“ (Duisburg) und „Bündnis gegen Rechts“ (Gelsenkirchen) zu kriminalisieren versucht.

Dagegen regt sich eine Solidaritätswelle, die von SPD-Parteichef Sigmar Gabriel über die Grüne NRW Landtagsfraktion und dem Linke Landesverband NRW bis hin zur ver.di-Mitgliederversammlung Sozial- und Erziehungsdienste in Gelsenkirchen reicht. Auch die Linke Alternative Gelsenkirchen und AUF Gelsenkirchen, zahlreiche Einzelpersonen wie z.B. Ulla Jelpke (Linke-Mdb), der ASTA der FH Gelsenkirchen, der Kreisverband der Falken Gelsenkirchen, der Juso-Unterbezirk Gelsenkirchen sowie der Juso-Bundesverband und auch der Kreisverband Gelsenkirchen von Bündnis 90/Die Grünen stellen sich hinter den Aufruf.

Der aktuelle Stand der Unterstützer findet sich hier, weitere 4 Seiten Unterstützer hat das Gelsenzentrum eingesammelt.