Politischer Sommersound im April

Seit nunmehr fünf Jahren findet im Stadtgarten Gelsenkirchen am Ostersamstag das „O-Ton-Festival“, früher „Seid laut gegen Krieg“ statt, ein politisches Musikfestival gegen Krieg und Faschismus im Umfeld des jährlichen Ostermarsches.

Nachdem mir die Veranstaltung aus dem vergangenen Jahr als kalt und laut in Erinnerung geblieben war, erfreuten uns dieses Mal die Sonne und sommerliche Temperaturen. Der Aufbau der Zelte und Pavillons ging dank zahlreicher Helfer gut vonstatten, selbst ein fehlender Bauplan hielt niemanden davon ab, einen Aufbau zu probieren, der erstaunlicherweise hielt, auch wenn die Deckplane etwa einen halben Meter zu kurz war. Irgendwelche Stangen waren wohl doch falsch zusammengesteckt worden.

Wie der Veranstalter mitteilte, wollte die Polizei in diesem Jahr den politischen Charakter des Festivals nicht anerkennen, so dass es sich aus ihrer Sicht nur um ein Musikfestival handelte. Doch ließen die Veranstalter es sich nicht nehmen, mehrfach auf den politischen Hintergrund des Festivals hinzuweisen. Insgesamt wirkte das O-Ton-Festival – nicht zuletzt wegen des sommerlichen Wetters – , wie ein „politischer Sommersound“, nur eben im April statt im Sommer!

Zum Musikprogramm gehörte unter anderem „First Class Rock“, eine Schülerband der Gesamtschule Ückendorf, die zahlreiche Oldies richtig gut nachspielte. Zwischen den Bands trat der „Faulenza“ zweimal auf, der Cochise-mäßige Musik machte, eine autonome Maus besang und aus dem Einheitsfrontlied mal eben das Einheitsfaulenzerlied machte. Richtig richtig toll fand ich die zweite Band aus Bielefeld, „Kapelle Vorwärts“, die alte Arbeiterlieder laut, modern und richtig gut neu interpretierte. Ich weiß zwar nicht, ob das jetzt Punk, Ska oder einfach nur Rockmusik war, aber es hat mir gut gefallen. Mehr davon, bitte! Gut, wenn auch weniger laut, waren „Luc Labertage“ und „Funky Fish and the Skangaroos“, aus zeitlichen Gründen nicht mehr hören konnte ich „Crash Casino“. Werden wahrscheinlich auch toll gewesen sein.

Neben der Musik gab es noch reichlich zu essen (auch vegan) und zu trinken, sowie diverse Infostände. So waren nicht nur die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken, ohne deren Unterstützung das Festival gar nicht hätte stattfinden können, sondern unter anderem das Friedensforum, der Eine-Welt-Laden Rotthausen, der RSB, die VVN, eine Anti-AKW-Initiative aus Oberhausen, die Schokofront und die DFG/VK vertreten.

Fotos gibt es dieses Mal ausnahmsweise nicht, da ich beschlossen hatte, den rasenden Reporter zu Hause zu lassen und das Musikfestival einfach nur zu genießen. Tut mir Leid, Leute 😉

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