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Der Krieg beginnt nebenan in Bochum!

NATO-Mobilmachung an allen Fronten.

In unserer Nachbarstadt Bochum und im Ruhrgebiet regt sich Protest gegen den Plan, eine Cyber-Kriegszentrale der NATO auf dem ehemaligen Opel-Gelände anzusiedeln. Bei der „NATO Kommunikation und Informations-Agentur“, NCIA, handelt es sich um eine Einrichtung, die die zunehmend für die vernetzte Kriegsführung unverzichtbaren Internetverbindungen der NATO vor Cyberattacken schützen und gleichzeitig selbst solche Angriffe tätigen soll. Der Cyberraum ist neben Land, See, Luft und Weltraum längst die fünfte Ebene moderner Kriegsführung geworden. Der erste Schuss im dritten Weltkrieg wird im Internet fallen.

Besonders erschreckend finde ich die Haltung der Bochumer Bündnisgrünen. Diese befürworten Bochum als NATO-Standort und sehen die Ansiedelung als Gewinn für die ganze Stadt an. Die Bochumer LINKE im Rat dagegen erklärt, von den Planungen nichts gewusst zu haben. Die in einem Artikel der WAZ vom 13. September 2021 genannten „parteiübergreifenden Bemühungen“ um die Ansiedelung dieser NATO-Agentur nach Bochum scheinen also nicht umfassend gewesen zu sein.

Am Freitag, 5. November 2021 findet um 17 Uhr eine Protestkundgebung auf dem Dr.-Ruer-Platz in der Bochumer City statt. Es sprechen Michael Müller (Naturfreunde), Sevim Dagdelen (DIE LINKE), Christoph Marischka (Informationsstelle Militarisierung IMI), Felix Oekentorp (DFG-VK) und Wolfgang Dominik (Anwohner). Vertiefende Informationen dazu gibt anschließend Christoph Marischka ab 19 Uhr bei ver.di Bochum, Universitätsstraße 76.

Über die Hintergründe der Cyber-Kriegsführung findet bereits am Donnerstag, 28. Oktober 2021 ebenfalls in Bochum eine Infoveranstaltung unter dem Titel „Das Schlachtfeld der Zukunft – Die strategische Bedeutung von Cyberwaffen für das Militär“ mit dem Informatiker Prof. Dr. Hans-Jörg Kreowski (Universität Bremen und Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung) ab 18 Uhr im Kulturzentrum von DIDF, Rottstraße 30 statt.

Weitergehende Informationen finden sich auf der Seite der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen DFG-VK hier. Kommt zahlreich zur Demo und zur Info-Veranstaltung.