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Erfolgreicher antifaschistischer Protest gestern am Grilloplatz!

Der Platz vor der Kirche blieb am 10. Mai leer, die rechte Gruppierung tauchte nicht auf!

Pressemitteilung des Gelsenkirchener Aktionsbündnis gegen Rassismus und Ausgrenzung

Am 10.5.2020 fand eine erfolgreiche antifaschistische Kundgebung mit 30 Teilnehmer*innen und Zuschauer*innen statt. Das „Gelsenkirchener Aktionsbündnis gegen Rassismus und Ausgrenzung“ demonstrierte gegen die rechtsextreme Gruppierung „NRW stellt sich quer“. „Wir waren sehr erfreut trotz der kurzfristigen Ankündigung und der Auflagen, so viele Menschen begrüßen zu dürfen“, berichtet Adrianna Gorczyk, Mitglied im Bündnis. „In mehreren Redebeiträgen beleuchteten wir das Phänomen der Anti-Lockdown-Bewegung und die Zusammenhänge zu rechtsextremen Strukturen hinter den sogenannten Hygiene-Demos sowie dem lokalen Autokorso. Herzlich möchten wir uns bei der katholischen Kirchengemeinde dafür bedanken, dass sie mit entsprechenden Plakaten eindeutig Position bezogen hat, dass vor ihrer Haustür kein Platz für Rassismus ist.“

Gegen 15.45 Uhr wurde die Versammlung des Aktionsbündnisses aufgelöst, weil die rechte Gruppierung sich vor der Kirche nicht aufgebaut hat. Kurze Zeit später fuhr allerdings der Autokorrso vorbei, dem einzelne Teilnehmende der Kundgebung noch ihren Protest mit auf den Weg gaben. Erneut fiel dieser durch eine breite Dekoration mit Deutschlandfahnen auf den Autos auf.

„Durch Anwohner*innen haben wir erfahren, dass sich dieses Mal ‚NRW stellt sich quer‘ in Buer auf dem Goldbergplatz aufbaute“, führt Paul M. Erzkamp, Sprecher des Bündnisses aus. „Erstaunt bin ich darüber, dass die rechten Demonstranten andere lockerere Hygieneauflagen bekamen als unsere Kundgebung (z.B. keinen Mundschutz tragen mussten) und dass im Vorfeld die Polizei nichts über diese Anmeldung bekannt gab. Als Zivilgesellschaft haben wir ein Recht auf die Möglichkeit zu Protest in Sicht- und Hörweite. Gelsenkirchen bietet keinen Platz für Rassist*innen und deshalb fordern wir erneut alle Demokrat*innen auf, sich von diesen zu distanzieren.“

Das Bündnis kann die Einschätzung zur politischen Gesinnung durch die Polizei von „Stellt euch Quer NRW“ nicht nachvollziehen. Eine Sprecherin von „Stellt euch Quer NRW“, Stefanie van Laak, will am 23.5. in Leverkusen auftreten: gemeinsam bei einer Kundgebung von „Aufbruch Deutschland“ mit Andree Poggenburg, der selbst für die AfD zu rechts war und Markus Beisicht, ehemals bei PRO NRW, die auch im Verfassungsschutzbericht 2011 als rechtsextrem eingestuft wurden.“

Das Aktionsbündnis behält sich weitere Proteste vor.

„Aufstehen gegen rechte Hetze!“

Die Katholische Kirchengemeinde St. Josef Schalke wehrt sich mit der Bibel gegen Fremdenfeindlichkeit vor ihrer Kirchentür.

Wie schon 2014, als ein Bruchteil der weltweiten Flüchtlinge nicht nur ihre Nachtbarländer in Afrika und im Nahen und Mittleren Osten, sondern zur Abwechslung auch Deutschland erreichte, führen die derzeitigen Kontaktbeschränkungen angesichts der weltweiten Corona-Pandemie dazu, dass sich Rechtsextremisten und Faschisten den Unmut unpolitischer Bürger*innen zunutze machen wollen.

Abgesehen von schnell übermalten Hakenkreuz-Schmierereien im Stadtgebiet, bei denen mir angesichts der Qualität doch eher der Spruch „Narrenhände beschmieren Tische und Wände“ einfällt, fand bereits zweimal wie auch in anderen Städten ein Autokorso statt, der sich gegen die angeblich nicht verhältnismäßigen Einschränkungen der Grundrechte richtet. Wie Paul Erzkamp vom Gelsenkirchener Aktionsbündnis gegen Rassismus und Ausgrenzung berichtet, gibt es bei den Initiatoren keine Abgrenzung zu Rassisten und Faschisten. Vielmehr treffen gutgläubige und um ihre Grundrechte besorgten Bürger mit Verschwörungstheoretikern, Impfgegnern und Rechtsextremisten zusammen.

Die Katholische Kirchengemeinde St. Josef Schalke hat inzwischen reagiert, nachdem sich vor deren Kirchentür eine rechtsoffene Gruppe versammelt hatte, die dem Autokorso zujubelte und unter anderem die erste Strophe des Deutschlandliedes sang. An der Kirche hängt inzwischen ein Transparent, das sich mit Bezug auf die Bibel gegen Fremdenfeindlichkeit wendet. „‚Unterdrückt nicht die FREMDEN, die bei euch im Land leben, sondern behandelt sie genau wie EURESGLEICHEN. Jeder von euch soll seinen fremden Mitbürger LIEBEN wie sich selbst‘ spricht Gott. (3. Mose 19, 33-34 – Gute Nachricht)“.

Um gegen rechte Hetze zu demonstrieren, ruft das Aktionsbündnis für den heutigen Sonntag ab 15 Uhr zu einer Demonstration am Grilloplatz gegenüber von St. Josef auf. Für die Kundgebung gilt das Abstands- und Vermummungsgebot. 😉

Ausführlicher Beitrag im Stadtspiegel Gelsenkirchen.

Hakenkreuze sind schnell übermalt, das Gedankengut in den Köpfen aber bleibt.