Archiv der Kategorie: Terminübersicht

Antifaschistische Terminübersicht April/Mai 2018

Zwei ganz unterschiedliche Veranstaltungen wenden sich in diesen Tagen gegen die politische Rechte in Geschichte und Gegenwart!

Noch kurz vor der Befreiung vom Faschismus 1945 wurden von den Nazis zahlreiche Morde an Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter verübt. Auch in Gelsenkirchen gab es diese Kriegsendverbrechen. Ende März wurden Zwangsarbeiter aus Osteuropa im Stadtgarten ermordet und in einem Bombenkrater verscharrt. In Gelsenkirchen-Buer wurden am Karfreitag 1945 in den frühen Morgenstunden noch kurz vor dem Einmarsch der amerikanischen Armee 25 russische Mädchen und Männer im Alter von 19 bis 25 Jahren barfuß von Gestapo und Kripo aus dem Polizeigefängnis Buer über die Goldbergstraße in den Westerholter Wald getrieben und dort durch Genickschuß ermordet. Am Sonntag, dem 29. April 2018 werden auf Initiative des allzeit unbequemen Sozialdemokraten Klaus Brandt Gelsenzentrum e.V. und die Gelsenkirchener VVN-BdA der Gelsenkirchener Opfer öffentlich gedenken. Die Gedenkkundgebung beginnt um 11 Uhr vor dem Polizeipräsidium Buer und führt über die Goldbergstraße zum Tatort im Westerholter Wald. Der Initiator ruft dazu auf, in Erinnerung an die Opfer den Weg ebenfalls barfuß zurückzulegen.

Einen Tag später, am 30. Mai 2018, findet zum vierten Mal in Folge ab 18 Uhr das „Laut gegen Rechts“ Musikfestival auf dem Neumarkt in der Gelsenkirchener Innenstadt statt. Die von den Falken organisierte Veranstaltung wird von zahlreichen Organisationen unterstützt und im Gegensatz zur oben beschriebenen Gedenkveranstaltung vermutlich überwiegend jüngere Leute anziehen. Es hat sich seit 2007 aus einem politischen Musikfestival entwickelt, das ursprünglich „Seid Laut gegen Krieg“ hieß und von wechselnden Veranstaltern organisiert am Samstag vor dem Empfang des Ostermarsches im Stadtgarten stattfand. 2013/14 wechselte es in das Paul-Loebe-Haus der Falken nach Gelsenkirchen-Buer und kehrte 2015 nach Gelsenkirchen zurück – als Veranstaltung am Vorabend der 1.-Mai-Kundgebung des DGB. Früher nannte man das übrigens „Tanz in den Mai“ 😉

Die 1.-Mai-Kundgebung des DGB in Gelsenkirchen beginnt wie in jedem Jahr um 10.15 Uhr am Musiktheater und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit“. In seinem Aufruf fordert der DGB: „Solidarität statt gesellschaftliche Spaltung und Ausgrenzung, klare Kante gegen Rassismus und extreme Rechte.“

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Antifaschistische Terminübersicht August-November 2017

Für den 23. August 2017, 18 Uhr lädt der umtriebige Klaus Brandt zu einer Gedenkveranstaltung auf dem Rotthauser Friedhof an der Grabstätte für die Opfer des Grubenunglücks auf der Zeche Dahlbusch vom 23. August 1943 ein. Erst im vergangenen Jahr wurde auf seine Initiative hin und mit Unterstützung der VVN-BdA und des Gelsenzentrums e.V. ein ursprünglich leergebliebener Grabstein in Erinnerung an die ebenfalls bei diesem Unglück umgekommenen Zwangsarbeiter beschriftet. Ein ausführlicher Bericht über den Hintergrund findet sich hier, ein Bericht über die Gedenkveranstaltung im vergangenen Jahr hier. Das Denkmal ist über den Eingang Kraspothshöhe zu erreichen.

Einen Tag später, am 24. August 2017, 18 Uhr, ist der traditionelle Termin, an dem die VVN-BdA auf dem nach von den Nazis 1944 ermordeten Widerstandskämpfer benannten Fritz-Rahkob-Platz an Widerstand und Verfolgung im Faschismus erinnert. In diesem Jahr jährt sich zum 30. Mal die Benennung des Platzes; die Tafel war am 30. Januar 1987 vom damaligen Oberbürgermeister Werner Kuhlmann und dem ehemaligen Widerstandskämpfer Franz Rogowski enthüllt worden.

Am 1. September 2017 findet, ebenfalls schon eine Tradition, eine Veranstaltung zum Antikriegstag durch das Bündnis gegen Krieg und Faschismus statt. Geplant ist ein Demonstrationszug vom Bahnhofsvorplatz zum antifaschistischen Mahnmal der VVN im Stadtgarten. Auch die DGB-Jugend Emscher-Lippe ruft auf dem Platz der Alten Synagoge zu einer Veranstaltung anlässlich des Antikriegstags auf. Beide Veranstaltungen beginnen um 17 Uhr.

Um ein ungesühntes Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs geht es am 17. Oktober 2017 ab 19.30 Uhr im Kulturraum „die flora“. Der Verein Gelsenzentrum zeigt in Kooperation mit der VVN-BdA den Film „Das zweite Trauma“ über „das ungesühnte Massaker von Sant’Anna di Stazzema“. Journalist, Autor und Regisseur Jürgen Weber, der auch bei der Veranstaltung anwesend sein wird, thematisiert die Ermordung mehrerer hundert Zivilisten des nordtoskanischen Bergdorfs durch Einheiten der Waffen-SS im Sommer 1944 und deren Nachwirkungen.

Die Reichspogromnacht des 9. November 1938 wird wie in jedem Jahr der Anlass für eine Veranstaltung der „Demokratischen Initiative“ sein. Eine genauere Planung ist mir noch nicht bekannt, Berichte über die letzten Jahre finden sich hier.

Am 24. November 2017 kommt der Kölner Aktionskünstler Gunter Demnig zum inzwischen zehnten Mal nach Gelsenkirchen um die vorhandenen 161 Stolpersteine, die an von den Nazis ermordete oder verfolgte Menschen erinnern, um weitere 25 zu ergänzen. Einen genauen Zeitplan wird der Arbeitskreis Stolpersteine noch rechtzeitig veröffentlichen. Ein Beitrag über die ausgelöschte Familie Nussbaum ist hier nachzulesen.