In Gelsenkirchen ist alles anders …

Das Bild von Gelsenkirchen außerhalb Gelsenkirchens – und bei 12,9 % der Gelsenkirchener Wähler.

Kommunalwahlen 2020. Während im Landesdurchschnitt die CDU seit 1999 die meisten Stimmen zu den Kommunalwahlen erhält, die SPD trotz Stimmenverluste den zweiten Platz im Parteiensystem vor Bündnis 90/Die Grünen verteidigt, haben wir es in Gelsenkirchen mit einem nicht unerwarteten anderen Ergebnis zu tun: die AfD auf dem dritten Platz im Parteiensystem nach SPD und CDU.

Die SPD hat trotz großer Verluste noch immer die meisten Stimmen (35,1 %) bekommen, die CDU ihren zweiten Platz (23,2 %) im Parteiensystem verteidigt. Bündnis 90/Die Grünen haben gegenüber der letzten Kommunalwahl massiv an Stimmen hinzugewonnen (12,2 %), dennoch haben sie den dritten Platz an die AfD verloren, die sie knapp überholt hat (12,9 %). Wenn man sich die Ergebnisse bezogen auf die Stadtbezirke anschaut, ist das Nord-Süd-Gefälle klar erkennbar: nur im Bezirk Nord liegen Bündnis 90/Die Grünen noch vor der AfD, in allen anderen vier Stadtbezirken wurden sie von ihr überholt. Dasselbe Bild zeigt auch die Wahl zum Amt des*der Oberbürgermeister*in: Karin Welge (SPD) kommt auf 40,4 % und geht in die Stichwahl gegen Malte Stuckmann (CDU) mit 25,1 %. Drittplatzierter ist Jörg Schneider von der AfD mit 12,1 %, der zudem in seinem Stimmbezirk die meisten Stimmen holte.

Offenkundig hat die AfD die ehemaligen Stimmen für die rechtsextreme Kleinstpartei ProNRW, die nicht mehr angetreten ist, aufgesogen und darüber hinaus weitere rund 2.500 Stimmen zu ihrem letzten Kommunalwahl-Ergebnis hinzu gewonnen.

Auch die weiteren Ergebnisse sind wenig ermutigend: DIE LINKE ist auf 3,5 % abgerutscht, nach der Migrantenliste WIN mit 3,6 % und der FDP mit 4,0 %. AUF Gelsenkirchen ist auf 1,2 % abgerutscht, während die ominöse „TIERSCHUTZ hier“ aus dem Stand 2,2 % der Stimmen erhalten hat. Einen kleinen Lichtblick bietet lediglich die sehr gute Partei Die PARTEI mit 2,0 % der Stimmen aus dem Stand. Aufgrund der fehlenden 5 %-Hürde ist keine Stimme für die Parteien verloren, mit Ausnahme der 30 Stimmen für den Einzelbewerber Manfred Kosubek. Die Wahlbeteilung lag mit 41,5 % noch niedriger als bei der letzten Kommunalwahl und unter dem Landesdurchschnitt von 51,5 %

Die Sitzverteilung im Rat der Stadt Gelsenkirchen: SPD 31 Sitze, CDU 20 Sitze, AfD 11 Sitze, Bündnis 90/Die Grünen 11 Sitze, FDP 4 Sitze, WIN 3 Sitze, DIE LINKE 3 Sitze, Tierschutz hier! 2 Sitze, Die PARTEI 2 Sitze, AUF Gelsenkirchen 1 Sitz. Quelle

Um weitere Daten ergänzte Fassung.

Ein Gedanke zu „In Gelsenkirchen ist alles anders …

  1. Karl Kaputt

    So isses halt in Leningrad an der Emscher. Auch beeindruckend die Wahlbeteilung von 41%. Verlasst euch drauf, die senilen unteren Chargen werden bis zum letzten Atemzug an ihren Pöstchen und Futtertrogen hängen… und diesen grandiosen Sieg feiern… In bewährter Zusammenarbeit mit der schwarzen Krämerschaft, (dem L adE schen Gegenstück der iranischen Basarhändler, dort das Rückgrat der Macht). Für Bezirksgrößen und Autohändler gehts weiter wie bisher, zumindest in ihrer Sichtweise. Das in einer historisch bankrotten Stadt die Hüterin der Stadtkasse das oberste Sagen bekommt macht Sinn, wenn sonst nichts mehr geht… Zur geringen Wahlbeteiligung fällt noch ein… diejenigen Bürger und Innen welche in dieser Stadt wohnen (nicht leben) jedoch ausserhalb das Geld verdienen und auch ausgeben (die örtlichen Shoppingmeilen meiden wie Pest und Colera…) haben auch nicht das geringste Interesse hier irgend jemanden zu legitimieren… Wer immer es kann: rennt, rettet flüchtet…

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