Stadt Gelsenkirchen verbietet antifaschistische Gedenkfeier!

1947/48 auf dem Friedhof Horst-Süd von der VVN errichtetes Denkmal für den antifaschistischen Arbeiterwiderstand, zur Erinnerung an die 1920 im Anschluss an den Kapp-Putsch von rechtsradikalen Freikorps ermordeten Mitglieder der Roten Ruhrarmee und ergänzt um Horster Widerstandskämpfer 1933-1945, insbesondere der Franz-Zielasko-Gruppe.

Die für Samstag, 14.03.2020 ab 14.00 Uhr geplante Gedenkfeier zu Ehren der 1920 im Anschluss an den Kapp-Putsch ermordeten Arbeiter der Roten Ruhrarmee wird vom Veranstalterkreis abgesagt. Die Stadt Gelsenkirchen hatte unter Berufung auf die Friedhofssatzung eine Gedenkveranstaltung unter Androhung einer Geldstrafe in Höhe von 2.500 Euro verboten. Mit dem Generalstreik und der Märzrevolution hatten vor 100 Jahren auch Gelsenkirchener Arbeiter den rechtsradikalen Kapp-Putsch zum Scheitern gebracht und damit die Weimarer Republik vor ihren Feinden gerettet. Genutzt hat ihnen das nichts. Viele revolutionäre Arbeiter fielen anschließend dem Terror von Reichswehr und Freikorps zum Opfer.

Die von der Stadtverwaltung verhängte Nutzungsuntersagung auf städtischen Friedhöfen stößt beim Kreis der Veranstalter auf völliges Unverständnis. Wenn andere – auch nicht-kirchliche – Veranstalter Gedenkfeiern durchführen können, dann dürfte es für ein antifaschistisches Gedenken keine Ausnahmeregelung geben. Das gilt um so mehr in der heutigen Zeit, in der es von Tag zu Tag notwendiger wird, Flagge zu zeigen gegen Faschismus und rechten Terror. Die geplante Gedenkfeier sollte aus diesem Grund auch die Opfer unter den jüdischen KZ-Sklavenarbeiterinnen und den sowjetischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern mit einschließen, denen auf dem Friedhof Horst-Süd ebenfalls Denkmale gewidmet sind.

Auf Unverständnis stößt die Entscheidung der Stadt auch deshalb, weil würdige Gedenkfeiern zu Ehren der ermordeten Bergarbeiter und der dort ebenfalls bestatteten Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime bereits seit Jahren auf dem Friedhof Horst-Süd ohne Beanstandungen durchgeführt worden sind. Außerdem finden zum 100. Jahrestag der Märzrevolution in zahlreichen Städten Gedenkfeiern und Veranstaltungen dieser Art statt, auch auf Friedhöfen, und nicht selten unter Beteiligung städtischer Repräsentanten.

In Gelsenkirchen wird es dagegen an diesem Samstag keine würdevolle Gedenkfeier geben, statt dessen werden zahlreiche Einzelpersonen ab 14 Uhr an den Gedenksteinen Blumen niederlegen, den Opfern des rechten Terrors von vor 100 Jahren still die Ehre erweisen und sich ihren Teil über eine bornierte Stadtverwaltung denken.

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