„Der Krieg beginnt hier!“

Für die diesjährige Antikriegstagskundgebung des Bündnisses gegen Krieg und Faschismus war ursprünglich Bernhard Trautvetter vom Essener Friedens-Forum und zugleich Mitglied der VVN-BdA Essen als Redner vorgeschlagen worden. Leider konnte er aus Termingründen nicht teilnehmen. Aus mir unverständlichen Gründen war es auch nicht möglich, auf der Antikriegstagskundgebung des Bündnisses gegen Krieg und Faschismus am 1. September 2017 vor dem antifaschistischen Mahnmal im Stadtgarten sein Grußwort zu verlesen, in der er auf die aktuellen, regionalen Aktivitäten der Friedensbewegung hinweist. Daher an dieser Stelle die Dokumentation seines Grußwortes. Der Inhalt ist hochaktuell.

Das Mahnmal für die Opfer der NS-Gewaltherrschaft im Gelsenkirchener Stadtgarten wurde auf Initiative der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) mit Unterstützung der Stadt errichtet und am 10. September 1950 feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Es wird jährlich während des Ostermarschs und am Antikriegstag besucht.

Liebe Friedensfreundinnen und -freunde!

(…) Heute baut die US-Armee mit regierungsamtlicher Genehmigung ganz in der Nähe von hier, nämlich in Dülmen ein riesiges Waffenlager auf, um schnell und schlagkräftig im Osten eingreifen zu können.

Nach Angaben der US-Armee kommen unter anderem Haubitzen, gepanzerte Fahrzeuge und Raketenwerfer nach Dülmen. Hintergrund sei die wachsende Bedrohung durch Russland, so der amerikanische General Duane Gamble auf der Eröffnungsfeier am 10.Mai 2017.

Wofür das bereit gehalten werden soll, das macht das Manöver ‚Sabre Strike‘ deutlich, bei dem nach der >Welt< vom 14.6.16 rund 10 000 Nato-Soldaten im Baltikum unweit der russischen Grenze mit Panzern schwer bewaffnet Verteidigung und die Verlegung von Kriegsgerät und Personal übten. „Der Feind heißt Russland“, so zitiert die >Welt< die Militärs. Bei solchen friedensgefährdenden Aktionen ist immer auch die Luftleitzentrale in Kalkar bei Kleve einbezogen. Was im Nato-Jargon ‚Command and Control‘ heißt, was die Kontrolle und Steue- rung aller militärischen Luftbewegungen zwischen dort und hier bedeutet, erfolgt von Kalkar aus.

Und die Kalkarer Nato-Strategieschmiede „Joint Air Power Competence Centre“ hält seit 2015 ihre Jahreskonferenzen in der Messe Essen ab. Diesen Oktober geht es wie auch schon in vergangenen Konferenzen um den Einsatz nuklearer Kriegstechnik: Das Thema ist die „Abschreckungsstrategie“. Im Vorbereitungsmanuskript schreiben die Militärs zum Umgang mit der Bombe: „Eine „ >unbenutzbare< Waffe, nuklear oder nicht, wird niemanden abschrecken. Das ist der Grund dafür, dass, … die Notwendigkeit für Nuklearstaaten besteht, Doktrinen und Pläne für ihre Anwendung zu haben.“

Die Friedensbewegung ist nun gefordert, das nukleare Inferno zu verhindern, das Gegenstand der Strategieplanungen der Nato-Militärs ist.. Ich hoffe, wir sehen uns nach diesem Antikriegstag bei den nächsten Friedensaktionen in der Region:

Am 3.10. demonstrieren wir gemeinsam in Kalkar gegen die brandgefährliche Politik der Spannungseskalation gegenüber Russland. Die Verlogenheit des aktuellen Wirtschaftskrieges gegen Russland, offiziell wegen der Annexion der Krim wird schon beim Blick auf Zypern deutlich: Dort hat der Nato-Staat Türkei den Nordteil der Insel seit Jahrzehnten unter gewaltsamer völkerrechtwidriger Herrschaft. Die Nato ist das Bündnis der Staaten, auf deren Konto die meisten und massivsten Völkerrechtsverletzungen gehen.

Am 7.10. demonstrieren wir gemeinsam gegen den Nato-Kriegsrat in der Messe Essen und die Nuklearstrategie der Militärs. Die Bombe ist die Negation aller Kultur, aller Zivilisation und allen Lebens. Unser Nein zum Militär ist ein Ja zum Leben.

Wir sehen uns, von unserem Engagement hängt mehr ab, als es oft scheint: Das Überleben der Menschheit gibt es nur gemeinsam und im Ausgleich der Interessen durch Verhandlungen statt durch Krieg. Kriege enden nicht im Frieden. Der Frieden ist der Weg, er ist unser Weg des Lebens, wir sehen uns wieder. Ich freue mich darauf. Danke!!

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