Duisburg kündigt VVN-BdA-Ausstellung zu Widerstand und Verfolgung 1933-1945 in Duisburg

Während in Duisburg unter mäßigen Gegenprotesten der PEGIDA-Ableger im Januar seinen ersten Jahrestag feiern konnte (450 Pegidaisten standen nach einem Bericht der örtlichen WAZ 550 Gegendemonstranten gegenüber), kündigte im Februar das Immobilienmanagement der Stadtverwaltung die Ausstellungsräume der Kreisvereinigung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA). Die Kündigung erfolgte ohne Angabe von Gründen.

Wie im auf der Homepage der Landesvereinigung veröffentlichten Brief an den Duisburger Oberbürgermeister Sören Link zu lesen ist, wurde die Kündigung am 02.02.2016 per Boten zugestellt, wirksam wird sie zum 02.05.2016 (, übrigens dem Jahrestag der Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nazis 1933).

Ein Blick in die gekündigten Ausstellungsräume der VVN-BdA Duisburg (Quelle: VVN-BdA-NRW)

Ein Blick in die gekündigten Ausstellungsräume der VVN-BdA Duisburg (Quelle: VVN-BdA-NRW)

Es handelt sich um Räumlichkeiten in der Gemeinschaftsgrundschule Wrangelstraße, in der sich 180 Schautafeln und viele andere Exponate befinden. Die Ausstellung zeigt beispielsweise „die geheime Druckerei, die die Familie Max und Käthe Miklowait im Vorratskämmerchen ihrer Wohnung in Duisburg-Hochfeld betrieben hat, um Flugblätter gegen die Nazis zu schreiben.“ Max ist dafür erst vier Jahre ins Zuchthaus und anschließend in ein KZ gegangen.

Beispielloser Vorgang im Umgang mit Gedenkstätten

Genau diesen privaten Blick auf Widerstand und Verfolgung in Duisburg mache den Charme der Ausstellung aus, so die Duisburger VVN-BdA in ihrem Brief und bitten den Oberbürgermeister, sich den Vorgang zeigen zu lassen um die Abwicklung der Ausstellung zu verhindern. Zudem könne man „bei aller Fantasie keinen Grund erkennen, der es nötig machen würde, (…) die Räume (zu) verlassen.“

Die Landesvereinigung Nordrhein-Westfalen der VVN-BdA, die in diesem Jahr ihr siebzigjähriges Bestehen feiert, spricht auf ihrer Homepage „von einem beispiellosen Vorgang im Umgang mit Gedenkstätten“ und bittet um Solidarität der Erinnerungsarbeiter bundesweit.

Supplement
„Wir werden eine Lösung finden …“, heißt es nun von Seiten der Duisburger Stadtverwaltung. Bericht in der Duisburger WAZ und auf der Seite der VVN-BdA-NRW. Mal schauen, was dabei herauskommt …

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