Solidarität mit Kobanê geht weiter

"Solidarität mit Kobane" in Gelsenkirchen am 17.10.2014

„Solidarität mit Kobane“ in Gelsenkirchen am 17.10.2014

Im Werner-Goldschmidt-Salon, Veranstaltungsort und Parteibüro der Gelsenkirchener Linkspartei, informierte heute Dr. Nassan Ahmad, Gesundheitsminister des Kantons Kobanê der demokratischen autonomen Region Rojava über die aktuelle Situation in Kobanê. Anwesend waren Mitglieder aus der Die Linke, der DKP und der VVN-BdA. Ahmad berichtete zunächst auf kurdisch, übersetzt von einem Dolmetscher, und beantwortete daran anschließend die unterschiedlichen Fragen aus dem Publikum, unterstützt durch die Linke-Sprecherin Ayten Kaplan. Dies ist eine freie Zusammenfassung.

Die autonome Region Rojava liegt im Norden Syriens an der Grenze zur Türkei. Die kurdische Bevölkerung hat hier während des Bürgerkriegs ein für den Nahen Osten unerhörtes Experiment gestartet und ein demokratisches Gemeinwesen mit den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und Religionen geschaffen. Die autonome Region Rojava besteht aus drei Kantonen, von denen Kobanê die bekannteste ist. Sie wurde von den Terroristen des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS) belagert und diese wurden hier zum ersten Mal aufgehalten. Nachdem sich Kobanê zunächst aus eigener Kraft gegen die Übermacht des IS verteidigt hat, wurden sie schließlich durch Luftangriffe des Westens unterstützt. Hierzu hatten nicht zuletzt die Solidaritätskundgebungen in vielen Ländern und Städten, darunter auch in Gelsenkirchen, beigetragen.

Der Krieg ist noch nicht vorüber, der IS hält noch einen Teil der eroberten Dörfer in seiner Gewalt. Die Stadt und die sie umgebenden Dörfern sind zu 80 % zerstört, insbesondere die Infrastruktur, wie die Wasserversorgung, medizinische Versorgung und Schulen. Ein großer Teil der Bevölkerung ist während der Belagerung geflohen und kehrt nun langsam wieder zurück. Zwar arbeiten inzwischen „Ärzte ohne Grenzen“ in Kobanê und „Medico International“ auf der türkischen Seite, doch insgesamt verhindert die türkische Regierung die notwendige Hilfe für die zerstörte Stadt und ihren Menschen, vor allem auch der Kinder.

Zu den Fragen aus dem Publikum gehörte dann auch die, wie wir am besten helfen können. Wichtig sind Hilfen im medizinischen und im Bildungsbereich, die man über Partnerschaften mit Einrichtungen in Deutschland organisieren könnte; am wichtigsten ist jedoch die Öffnung humanitärer Korridore über die türkische Grenze, damit die Hilfe ankommt.

Gefragt wurde auch, woher die Kobanêr den Mut nahmen, sich gegen den übermächtigen IS zu verteidigen. Ahmad erklärte, dass sie keine Angst vor dem IS hatten und es nicht nur für sich selbst taten, sondern auch für die Menschen der Region, aus Menschlichkeit. Wichtig für den Widerstand in Kobanê war auch die moralische Unterstützung durch die Solidarität in vielen Ländern.

Weitere Infos zu Hilfsnotwendigkeiten und Hilfsmöglichkeiten auf www.helpkobane.com.

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