Praktische Solidarität mit Heike Jordan

Solidarität mit Heike Jordan 25.04.2015 ANach einem kurzfristigen Aufruf des Bündnisses gegen Krieg und Faschismus von Donnerstag abend trafen sich heute vormittag knapp 20 Antifaschistinnen und Antifaschisten in Gelsenkirchen-Horst vor der Hausnummer 111 in der Devensstraße. Anlass waren der Überfall auf Heike Jordan am Abend des 30. März und die faschistischen Schmierereien auf der Vorderfront des Hauses, der Eingangstür und ihrem Briefkasten in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch dieser Woche.

In einer Pressemitteilung teilte das Bündnis mit: „Heike Jordan wurde vor drei Wochen von einem Neonazi beleidigt und tätlich angegriffen. Am Mittwochmorgen, dem 22. April, wurde ihr Wohnhaus mit Hakenkreuzen beschmiert. Heike Jordan ist als Antifaschistin und Mitinitiatorin der Stolperstein-Verlegungen für Opfer des Faschismus in Gelsenkirchen bekannt. Ihr konsequentes Engagement hat sie offenbar zum Objekt der Aggressionen und des Hasses der Neofaschisten gemacht.
Das Bündnis gegen Faschismus und Krieg Gelsenkirchen erklärt sich solidarisch mit Heike Jordan. Wir fordern alle politisch Verantwortlichen und insbesondere auch die Gelsenkirchener Polizeipräsidentin Heselhaus-Schröer dringend auf sich aktiv dafür einzusetzen, dass sich die gewalttätige Nazi-Szene in GE nicht weiter etabliert. Gelsenkirchen darf kein zweites Dortmund werden, wo es häufig zu tätlichen Übergriffen von Neo-Nazis auf Migranten und Antifaschisten kommt. Der Abgeordnete der Partei ‚Die Rechte‘ im Dortmunder Stadtrat startete sogar schon eine Anfrage nach der Anzahl der Juden in Dortmund.
Mit ihren Angriffen auf Heike Jordan versuchen die Neonazis offensichtlich, im Vorfeld der von der Partei ‚Die Rechte‘ am 1. Mai geplanten Demonstration aktive Antifaschisten einzuschüchtern. Für uns ist dies ein Grund mehr, die Demonstration der Partei ‚Die Rechte‘ in Gelsenkirchen und Essen zu verbieten und, sollte dies nicht geschehen, an den bürgerschaftlichen Protesten gegen den braunen Aufmarsch in Rotthausen teilzunehmen.“

Solidarität mit Heike Jordan 25.04.2015 BUm es nicht bei einer bloßen Solidaritätsbekundung zu belassen, hatte das Bündnis Farbe mitgebracht, um die Schmierereien zu übermalen. Nachdem er zunächst alles ordentlich abgeklebt hatte, machte sich der Fraktionsvorsitzende der Gelsenkirchener Linke daran die Hakenkreuze zu übersprühen während ein weiterer Aktiver den Hauseingang überstrich. An soviel handwerkliche Aktivität mögen sich die Vertreter der bürokratischen Parteien mal ein Beispiel nehmen.

Heike Jordan war selbst nicht anwesend, sie besuchte für ein paar Tage ihre Familie. Sie bedankte sich aber per E-Mail und schrieb u.a.: „.. vielen Dank für eure Solidartät, ich bin bewusst in die Offensive und an die Öffentlichkeit gegangen um zu zeigen das mich diese Faschisten nicht einschüchtern können. Viele Medien haben darüber berichtet und tun es immer noch, je mehr Menschen es erreicht desto besser, ich will damit ein Zeichen setzen, Leute lasst euch nicht einschüchtern von diesem braunen Gesindel, macht weiter so wie ich, denn das ist die Klatsche die diese Faschisten brauchen! Gesicht zeigen und sich nicht verängstigen lassen ist angesagt, sonst erreichen diese neuen Neonazis nämlich ihr Ziel.“ Ein ausführlicher Bericht findet sich unter Netz gegen Nazis.

Stellvertretend für Heike bedankte sich Andreas Jordan für die praktisch gelebte Solidarität.

Das „Bündnis gegen Krieg und Faschismus“, oder auch „Bündnis gegen Faschismus und Krieg“, hat sich als Antwort auf den geplanten Aufmarsch der „Die Rechte“ am 1. Mai von Essen-Steele nach Gelsenkirchen-Rotthausen aus dem Antikriegstagsbündnis gebildet und bereitet eine Kundgebung am Ortseingang von Essen-Kray nach Gelsenkirchen-Rotthausen vor.

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2 Gedanken zu „Praktische Solidarität mit Heike Jordan

  1. Daniel

    Bemerkenswert, dass die beiden Gelsenkirchener überall als Opfer dargestellt werden, ohne dass irgendein Autor einmal recherchiert und die Vergangenheit (Viking-Shop) dieser braven Bürger beleuchtet…

  2. Knut Autor

    Bemerkenswert, dass immer wieder alte Vorwürfe ausgegraben und anonym in Blog-Kommentaren gepostet werden müssen…

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