Aufruf zum Antikriegstag 2014

Antikriegstag - Nie wieder KriegWIe auch in den Vorjahren ruft das Antikriegstagsbündnis zu einer Veranstaltung am 1. September 2014, dem internationalen Antikriegstag, auf. Einzelpersonen aus linken Parteien in Gelsenkirchen (Die Linke, MLPD/AUF und DKP) sowie der VVN-BdA organisieren die schon Tradition gewordene Kundgebung (in diesem Jahr ab 17.30 Uhr) auf dem Preuteplatz.

Stoppt die Kriegsgefahr in Europa und die Kriege weltweit!

Lieber Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener,

im Gedenken an den 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkrieges am 1. August 1914 und an den 75. Jahrestag des Überfalls Hitlerdeutschlands auf Polen am 1. September 1939, dem Beginn des Zweiten Weltkrieges, warnt das Gelsenkirchener Antikriegstagsbündnis vor der wachsenden allgemeinen Kriegsgefahr in Europa und weltweit. Wir rufen dazu auf, am Antikriegstag gegen Faschismus und Krieg auf die Straße zu gehen.

Kriege „brechen“ nicht „aus“. Sie werden geführt, weil handfeste Interessen dahinter stecken. Sie werden oft jahrelang vorbereitet und gleichzeitig durch gezielt gestreute Halbwahrheiten und Lügen propagandistisch eingefädelt. Das war 1914 beim Beginn des Ersten Weltkrieges so. Mit der Regierungspropaganda vom „Verteidigungskrieg“ kaschierten deutsches Großkapital, Militär und Monarchie nur ihr Streben nach der Vorherrschaft in Europa. Das war 1939 beim Beginn des Zweiten Weltkrieges so, auf den das faschistische Deutschland seit 1933 systematisch hingearbeitet hatte. Mehr als 7.500 Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener bezahlten im Ersten und mehr als 20.000 im Zweiten Krieg den deutschen Größenwahn mit ihrem Leben.

Als Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt fühlen wir uns deshalb verpflichtet, aktiv für Frieden und Abrüstung einzutreten. Heute wollen wir insbesondere darauf hinweisen, dass in den letzten Monaten in der Ukraine infolge gezielter Destabilisierung und Desinformation ein gefährlicher Brandherd entstanden ist, der sich schnell zu einem Krieg ausweiten und auf andere Länder übergreifen kann. Damit nehmen die Verantwortlichen bewusst die Gefahr eines heißen Krieges mitten in Europa in Kauf.

Wie konnte es dazu kommen? Um dieses fruchtbare und hochindustrialisierte Land hat sich ein gefährlicher Machtpoker entwickelt, bei dem zurzeit die EU die Nase vorn hat, die ihm ihre neoliberalen Bedingungen aufzwingt. Den berechtigten Protest von Teilen der Bevölkerung dagegen bekämpft die ukrainische Regierung gegenwärtig gewaltsam mit Rückendeckung auch der Bundesregierung. Dabei wird verschwiegen, dass ultrareaktionäre bis faschistische Kräfte Mitglieder der ukrainischen Regierung sind. Russland will sich seinerseits seinen Einfluss sichern.

Wir fordern:

  • Sofortiger Stopp der Kampfhandlungen in der Ukraine und Aufnahme von Friedensverhandlungen!
  • Verbot aller faschistischen Organisationen und ihrer Propaganda!
  • Schutz der ukrainischen Souveränität!

Im Hinblick auf die weiteren weltweiten Krisenherde fordern wir:

  • Sofortige Beendigung der Kriege insbesondere im Nahen Osten und in Afrika: Syrien, Irak, Gaza usw. Wir sind solidarisch mit dem Widerstand der Bevölkerung und den Friedensbewegungen.
  • Sofortiger Stopp deutscher Waffenexporte. Deutsche Waffen morden in aller Welt.
  • Keine Auslandseinsätze der Bundeswehr. Heute beteiligt sich Deutschland wieder weltweit an Kriegen, unterstützt reaktionäre und frauenfeindliche Regimes und macht sich zum Mittäter bei der Unterdrückung der dortigen Bevölkerung. Die deutsche Bevölkerung versucht man mit dem Märchen von der „friedlichen Außenpolitik“ und der angeblichen Sicherung von Arbeitsplätzen durch Rüstung zu beruhigen. Wir fordern ein Ende dieser Politik und der fortschreitenden Umrüstung der Bundeswehr zur Interventionsarmee.

Wir begreifen uns als Teil der weltweiten Friedensbewegung, die eine starke Kraft ist gegen Kriege, äußere Einmischung und für das friedliche Zusammenleben der Völker.