Archiv für den Monat November 2010

O pharipe meg dschill – Das Leid lebt noch

Rosa BöhmerFür den 16. Dezember 2010 plant das Gelsenzentrum eine Veranstaltung zur Erinnerung an die ermordeten Sinti und Roma aus Gelsenkirchen.

Der Treffpunkt ist nahe dem historischen Ort, dem Zwangslagerplatz an der damaligen Reginenstraße, das von 1939 bis 1943 bestanden hatte. Heute befindet sich auf dem Platz der Betriebshof der Bogestra. Wie auch bei den anderen Lagern der Nazis war es hier das Ziel, Menschen auszusondern, zu konzentrieren, zu demütigen und zu entrechten. Nach dem Befehl Heinrich Himmlers vom 16. Dezember 1942 („Auschwitz-Erlass“), sämtliche im Deutschen Reich befindlichen Sinti und Roma in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz zu bringen, wurden auch die Gelsenkirchener Sinti und Roma am 10. März 1943 familienweise in das zynisch so benannte „Familienlager“ in Auschwitz gebracht. Dort gingen viele schon nach wenigen Wochen an den schlimmen Lebensbedingungen oder durch Gewalttaten der SS-Mannschaften zu Grunde. Am 2./3. August 1944 wurden die deportierten Sinti und Roma, Männer, Frauen und Kinder aus Gelsenkirchen, in den Gaskammern von Auschwitz ermordet.

Gelsenzentrum wird am Jahrestag des „Auschwitz-Erlasses“ an die ermordeten Sinti und Roma aus Gelsenkirchen mit einem Schweigegang zur damaligen Reginenstraße, Höhe Bahnübergang Ostpreußenstraße, einer Kranzniederlegung und dem Entzünden von Kerzen erinnern.
Donnerstag, 16. Dezember 2010
19 Uhr, Ostpreußenstr./Ecke Exterbruch (Bogestra-Busdepot)

Im Bild oben das Sinti-Mädchen Rosa Böhmer, das ebenfalls in Auschwitz ermordet wurde.